Ein Wasserstoff-Konzern erhält frisches Kapital vom britischen Staat. Der Aktienkurs interessiert das nicht. ITM Power verlor am Freitag 3,33 Prozent und rutschte auf 1,22 Euro – während im Hintergrund ein Fördergeld über 46,5 Millionen Pfund final bestätigt wurde.
Die Schere zwischen operativen Erfolgen und Kursentwicklung klafft bei dem britischen Elektrolyseur-Hersteller aus Sheffield derzeit weit auseinander. Binnen 30 Tagen hat die Aktie 11 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,58 Euro, erreicht am 29. Mai 2026, trennen das Papier inzwischen über 52 Prozent.
Fördergeld ist jetzt amtlich
Am 9. Juli 2026 hat ITM Power die finale Zusage für die staatliche Förderung bekanntgegeben. Großbritanniens Subsidy Control Authority hatte zuvor ihre Prüfung abgeschlossen und damit die letzte regulatorische Hürde beseitigt. Erste Ankündigung des Zuschusses gab es bereits am 9. April 2026, jetzt steht die Zusage fest.
Das Geld fließt in die nächste Elektrolyseur-Generation namens „Chronos“. Die Fördersumme ist Teil eines größeren Pakets über 86,5 Millionen Pfund. Zusätzlich hat der Staatsfonds Great British Energy 40 Millionen Pfund als strategische Kapitalbeteiligung eingebracht – ebenfalls im April angekündigt.
Nach der Kapitalerhöhung hält Great British Energy rund 10,4 Prozent an ITM Power. Das entspricht etwa 72 Millionen Aktien. Der Staat ist damit nicht nur Fördergeber, sondern auch Miteigentümer.
Sheffield baut Gigawatt-Fabrik
Mit dem kombinierten Kapital will ITM Power eine automatisierte Fertigungslinie mit einer Kapazität von einem Gigawatt aufbauen. Die Anlage entsteht am bestehenden Standort in Sheffield und ist für die neue Chronos-Plattform ausgelegt. Bis 2028 soll die kommerzielle Produktion starten, die Gesamtkosten über drei Jahre liegen bei bis zu 120 Millionen Pfund.
Parallel zur neuen Technologie hält ITM Power an der bewährten „Trident“-Plattform fest. Bestandskunden mit langfristigen Serviceverträgen sollen weiter versorgt werden. Das Unternehmen fährt also zweigleisig: neue Technik entwickeln, alte Kunden nicht verlieren.
Insider kaufen trotz fallender Kurse
Während der Kurs schwächelt, greifen Führungskräfte zu. CEO Dennis Schulz und CTO Simon Bourne haben am 16. Juli 2026 Aktien über das betriebliche Sparprogramm BAYE erworben. Bereits am 1. Juli hatte Non-Executive Director Warren East 172.000 Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von 114,82 Pence gekauft.
Solche Käufe aus der Chefetage werten Marktbeobachter häufig als Vertrauenssignal. Der technische Blick auf die Aktie liefert dazu ein gemischtes Bild: Der 14-Tage-RSI liegt bei 39,3 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Trotz der jüngsten Verluste notiert das Papier noch immer rund 12 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 1,09 Euro.
Die nächste Gelegenheit für eine fundamentale Neubewertung dürfte Mitte August kommen. Dann veröffentlicht ITM Power die testierten Jahreszahlen für das Geschäftsjahr bis Ende April 2026. Erst dann zeigt sich, ob die staatlichen Millionen auch in den Geschäftszahlen ankommen.
ITM Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ITM Power-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten ITM Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ITM Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
