iShares U.S. Aerospace & Defense ETF: Noch mehr Potenzial?

Der iShares U.S. Aerospace & Defense ETF profitiert von strukturellen Trends wie steigenden Verteidigungsbudgets und technologischen Veränderungen, trotz kurzfristiger Friedenshoffnungen.

Auf einen Blick:
  • Verteidigungssektor profitiert von steigenden Rüstungsausgaben weltweit
  • Drohnentechnologie verändert die Art der Kriegsführung grundlegend
  • Analysten erwarten für US-Rüstungskonzerne 8% jährliches Gewinnwachstum
  • RTX überzeugt mit Raketensystemen und starker Zivilluftfahrtsparte

Der iShares U.S. Aerospace & Defense ETF konnte in diesem Jahr bereits um 12 Prozent zulegen, nachdem er 2025 um beachtliche 47 Prozent gestiegen war. Die Erwartung einer gefährlicheren Weltlage hatte die Gewinne befeuert, insbesondere die Eskalation im Iran-Konflikt. Doch nun macht sich unter Anlegern eine gewisse Nervosität breit: Was geschieht, wenn Frieden einkehrt?

Strukturelle Trends bleiben intakt

Selbst nach einem Ende des Iran-Konflikts dürften die grundlegenden Trends für Rüstungsunternehmen Bestand haben. Die geopolitischen Spannungen bleiben auf hohem Niveau, was Regierungen weltweit zu Rekordausgaben für die Verteidigung veranlasst. Zudem verändert sich die Art der Kriegsführung: Kostengünstigere, mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Drohnen gewinnen gegenüber traditionellen Technologien wie bemannten Kampfjets an Bedeutung. Ein einzelner Kampfjet kostet in Produktion und Wartung Dutzende Millionen Dollar.

Diese Entwicklungen zeigen sich in neuen Formen, etwa in der Bereitschaft des Verteidigungsministeriums, direkt in den Sektor zu investieren. Wall Street prognostiziert für große US-Rüstungskonzerne nun ein jährliches Gewinnwachstum von rund 8 Prozent bei 6 Prozent Umsatzwachstum über die kommenden Jahre. Zuvor lag das Gewinnwachstum praktisch bei null. Für internationale Verteidigungsaktien werden sogar 20 Prozent jährliches Gewinnwachstum erwartet, verglichen mit etwa 10 Prozent in den Vorjahren.

RTX als diversifizierter Profiteur

RTX gilt als einer der Hauptlieferanten von Raketensystemen für das US-Militär. Kürzlich vereinbarte das Unternehmen mit dem Verteidigungsministerium eine Produktionssteigerung bei Abfangjägern, fortgeschrittenen Luft-Luft-Raketen mittlerer Reichweite sowie Tomahawk-Marschflugkörpern. Die Abfangprodukte schützen derzeit US-Marine-Einheiten und andere Einrichtungen, während Hunderte von Tomahawks iranische Ziele trafen.

Analyst John Godyn von Citi bezeichnet RTX als „Megatrend-Aktie par excellence“, die sowohl von höheren Militärausgaben als auch von der starken Nachfrage im kommerziellen Flugverkehr profitiert. Die Auftragsbücher von Airbus und Boeing reichen über Jahre hinaus, was eine anhaltend hohe Nachfrage sicherstellt. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um 65 Prozent zu und wird derzeit mit dem 31-fachen der für 2026 geschätzten Gewinne gehandelt.

RTX Corporation Chart

Anleger sollten beobachten, wie sich die Balance zwischen kurzfristigen Friedenshoffnungen und langfristigen Strukturtrends entwickelt. Die Bewertung erscheint angesichts der Wachstumsaussichten vertretbar, doch bleibt die Frage, wie nachhaltig die aktuellen Auftragseingänge sind.

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