iShares MSCI World ETF: Invesco unterbietet mit 0,05% TER

Europäische Anbieter unterbieten den iShares MSCI World ETF deutlich bei den Gebühren. Analysten sehen dennoch Stärken im Fonds.

Auf einen Blick:
  • Günstigere ETFs von Invesco, BNP und UBS
  • Gebührenvorteil von bis zu 0,19 Prozentpunkten
  • Starke US-Tech-Ausrichtung treibt Kurs
  • Gold-Rating von Morningstar bestätigt

Der iShares MSCI World ETF eilt von Rekord zu Rekord. Der Kurs kratzt aktuell an seinem Allzeithoch. Hinter den Kulissen braut sich jedoch ein massiver Konflikt zusammen. Europäische Konkurrenten greifen die Kostenstruktur des Flaggschiff-Fonds frontal an.

Angriff auf den Kostenführer

Invesco reduzierte im April die jährliche Managementgebühr für seinen europäischen MSCI World ETF drastisch. Die Gesamtkostenquote fiel auf lediglich 0,05 Prozent. Der milliardenschwere Fonds unterbietet den iShares-ETF damit deutlich. Dieser verlangt weiterhin 0,24 Prozent pro Jahr.

Der Vorstoß reiht sich in einen breiteren Branchentrend ein. BNP Paribas und UBS führten bereits im vergangenen Jahr vergleichbare Konditionen ein. Die Gebühren liegen dort bei maximal 0,06 Prozent.

Ein struktureller Vorteil der Swap-basierten Invesco-Konkurrenz verschärft die Lage. Diese spart durch reduzierte Quellensteuern auf Dividenden jährlich weitere 0,05 Prozent ein. Für amerikanische Fonds fällt dieser Steuervorteil weg.

US-Tech dominiert das Portfolio

Trotz der teuren Struktur glänzt der iShares-Fonds an der Börse. Seit Jahresbeginn verzeichnet er ein Plus von knapp acht Prozent. Der Kurs pendelt in einer engen Spanne knapp unter der Marke von 206 US-Dollar. Das Erfolgsrezept: massive Konzentration auf amerikanische Technologiewerte.

Die Vereinigten Staaten dominieren das Portfolio mit über 72 Prozent Gewichtung. Der IT-Sektor steuert rund 30 Prozent bei. Japans Anteil liegt abgeschlagen bei knapp sechs Prozent. Diese starke Fokussierung beflügelt den Kurs. Parallel dazu steigt allerdings die Anfälligkeit für Stimmungsschwankungen bei US-Großkonzernen.

Analysten halten dem ETF dennoch die Treue. Morningstar vergab Ende Juni erneut das höchste Gold-Rating für den iShares-Fonds. Die extrem hohe Liquidität am US-Markt stützt diese Bewertung. Die massive Gebührendifferenz zur europäischen Konkurrenz baut trotzdem Druck auf. Bei fast 0,20 Prozentpunkten Aufschlag gerät die Marktführerschaft ins Wanken. Langfristig reicht die bloße Handelsgröße nicht aus, um preissensible Anleger dauerhaft zu binden.

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