iShares MSCI World ETF: Index-Umbau am 29. Mai mit Medline, MasTec

Der Welt-ETF erreicht ein neues Jahreshoch, während MSCI die Indexzusammensetzung anpasst und günstigere Konkurrenz den Kostendruck erhöht.

Auf einen Blick:
  • Neues Jahreshoch bei 203,57 US-Dollar
  • MSCI-Indexumbau zum 29. Mai
  • Tech-Sektor dominiert mit 27,6 Prozent
  • Gebührenwettbewerb durch günstigere Rivalen

Der iShares MSCI World ETF geht mit Rückenwind in die letzten Maitage. Der zugrunde liegende Index steht vor einer Anpassung, globale Aktienfonds ziehen frisches Kapital an, und der Tech-Sektor bleibt der klare Taktgeber. Der Haken: Die Konkurrenz drückt bei den Gebühren massiv auf die Preise.

Am Dienstag notiert der ETF bei 203,57 US-Dollar, ein Tagesplus von 0,51 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,31 Prozent zu Buche. Der Kurs markiert damit ein neues Jahreshoch.

Auf Monatssicht summiert sich der Anstieg auf 4,15 Prozent. Vom Jahrestief hat sich der Fonds inzwischen um 33,31 Prozent entfernt, der RSI liegt bei 94,6. Das signalisiert kurzfristig eine stark überkaufte Lage, auch wenn der langfristige Trend intakt wirkt.

Indexumbau kommt Ende Mai

MSCI setzt die Ergebnisse der Mai-Überprüfung zum Handelsschluss am 29. Mai um. Angekündigt wurden die Änderungen am 12. Mai. Die größten neuen Namen im MSCI World Index sind Medline A, MasTec und TechnipFMC.

Damit verschiebt sich die Zusammensetzung leicht in Richtung Medizintechnik, Infrastruktur und Energiedienstleistungen. Für den ETF ist das keine Revolution. Es zeigt aber, dass selbst ein breit gestreuter Weltindex laufend neu justiert wird.

Der Indexumbau trifft auf ein freundliches Marktumfeld. Globale Aktienfonds verzeichneten in der Woche bis zum 13. Mai Nettozuflüsse von 39 Milliarden US-Dollar. Das war der stärkste Wochenwert seit Ende April.

Die fundamentale Unterstützung kommt aus den Gewinnen. Eine LSEG-Auswertung von 1.060 MSCI-World-Unternehmen zeigt, dass die Gewinne im ersten Quartal um 22 Prozent gestiegen sind und die Erwartungen im Schnitt um 6,3 Prozent übertroffen haben.

Rund 72 Prozent der Unternehmen schnitten besser ab als erwartet. Genau diese Gewinnüberraschungen haben die Rally im MSCI World gestützt, die der ETF nahezu direkt abbildet.

Tech bleibt der Motor

Die USA dominieren den MSCI World mit einem Gewicht von 71,91 Prozent. Japan folgt mit 5,68 Prozent, Großbritannien mit 3,68 Prozent. Wer den ETF kauft, setzt damit trotz globalem Etikett stark auf den US-Markt.

Auch auf Sektorebene ist die Konzentration klar. Informationstechnologie kommt auf 27,61 Prozent, Finanzwerte auf 15,99 Prozent und Industriewerte auf 11,76 Prozent. Der breite Index ist also weniger gleichmäßig verteilt, als der Name vermuten lässt.

Bei den Einzelwerten führt NVIDIA mit 5,55 Prozent. Apple liegt bei 4,56 Prozent, Microsoft bei 3,29 Prozent. Amazon, Alphabet und Meta zählen ebenfalls zu den größten Positionen.

Die zehn größten Titel stehen zusammen für rund 27 Prozent des Fondsvermögens. Das ist für einen Welt-ETF ein beachtlicher Block. Solange Tech-Gewinne liefern, hilft diese Struktur; bei steigenden Bewertungszweifeln kann sie aber auch stärker durchschlagen.

Die Bewertung ist entsprechend anspruchsvoll. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 25, das Kurs-Buchwert-Verhältnis nahe 4. Die Dividendenrendite beträgt 1,53 Prozent und wird halbjährlich ausgeschüttet.

Gebührenkampf verschärft sich

Morningstar verlieh dem Fonds Ende April die höchste Überzeugungsstufe. Gelobt wurden vor allem starke risikoadjustierte Renditen und eine sehr geringe Tracking-Differenz von 0,02 Prozent.

Auch der langfristige Leistungsausweis stützt das Bild. Der Fonds kommt auf ein Fünf-Sterne-Profil über zehn Jahre. Für viele Investoren zählt diese Historie stärker als der letzte Basispunkt bei den Kosten.

Genau dort wächst aber der Druck. URTH verlangt laufende Kosten von 0,24 Prozent pro Jahr. Invesco senkte die Gebühr seines konkurrierenden MSCI-World-ETF zum 1. April auf 0,05 Prozent.

Damit klafft eine Lücke von 19 Basispunkten. UBS und BNP Paribas haben ihre Preise ebenfalls reduziert. Über lange Haltedauern kann dieser Abstand spürbar werden.

Bislang hält die Bindung der Investoren dennoch. In den vergangenen zwölf Monaten zog URTH netto 1,86 Milliarden US-Dollar an. Über drei Jahre summieren sich die Zuflüsse auf 3 Milliarden US-Dollar.

SpaceX als möglicher Strukturbruch

Der nächste größere Eingriff könnte von außen kommen. Ein möglicher Börsengang von SpaceX in der zweiten Jahreshälfte 2026 steht mit einer Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar und einem Emissionsvolumen von mehr als 75 Milliarden US-Dollar im Raum.

Für Indexanbieter wäre ein solcher Börsengang schwer zu ignorieren. MSCI gewichtet nach frei handelbarer Marktkapitalisierung. Eine spätere Aufnahme würde die ohnehin starke US-, Technologie- und Raumfahrtkomponente weiter erhöhen.

Auch andere Indexanbieter bereiten sich auf große Börsengänge vor. Nasdaq erlaubt eine Aufnahme in den Nasdaq-100 bereits nach 15 Handelstagen. FTSE Russell prüft ähnliche Schnellverfahren, S&P Dow Jones will Wartefristen verkürzen und Profitabilitätsanforderungen streichen.

Kurzfristig rückt der 29. Mai in den Vordergrund. Dann wird die neue Indexzusammensetzung umgesetzt. Danach bestimmen vor allem drei Kräfte den ETF: Gewinnwachstum im Tech-Sektor, der Gebührendruck durch günstigere Rivalen und mögliche Mega-Börsengänge, die die Struktur globaler Indizes weiter zugunsten der USA verschieben könnten.

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