iShares MSCI World ETF: Ex-Tag 15. Juni, 1,26 USD

Starke US-Arbeitsmarktdaten beenden Zinssenkungserwartungen und belasten den iShares MSCI World ETF (URTH) deutlich.

Auf einen Blick:
  • US-Jobdaten übertreffen Prognosen massiv
  • Goldman Sachs streicht Zinssenkungsprognosen
  • Technologielastiges Portfolio unter Druck
  • Neue Zölle belasten Pharmasektor im ETF

Der iShares MSCI World ETF (URTH) hat seine Rekordjagd jäh unterbrochen. Freitag schloss der Fonds bei 201,96 USD — ein Minus von 1,80 Prozent auf Tagesbasis und 1,45 Prozent auf Wochensicht. Der Auslöser kam pünktlich zum Handelsstart: der US-Arbeitsmarktbericht für Mai.

Starke Jobdaten begraben Zinssenkungshoffnungen

Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen. Ökonomen hatten lediglich 85.000 erwartet. Die Zuwächse konzentrierten sich auf Freizeit und Gastronomie, den öffentlichen Sektor sowie das Gesundheitswesen.

Das Ergebnis hat Konsequenzen. Die Inflation liegt bei 3,8 Prozent — dem höchsten Stand seit drei Jahren. Das Lohnwachstum beträgt 3,6 Prozent. Goldman Sachs und Bank of America haben ihre Zinssenkungsprognosen für 2026 komplett gestrichen. Der Markt bewertet die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause im Juni mit 97 Prozent.

Für URTH ist das ein strukturelles Problem. Der Fonds ist zu 31,43 Prozent in Technologiewerte investiert. Hohe Zinsen drücken die Bewertungen wachstumsstarker Unternehmen — über sinkende Barwerte künftiger Gewinne. Nvidia, Apple und Microsoft machen allein rund 14 Prozent des Portfolios aus.

Die Kehrseite der breiten Streuung zeigt sich ebenfalls. Als Nvidia im ersten Quartal einen Umsatz von 81,6 Milliarden USD meldete — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr — legte URTH gerade einmal 0,29 Prozent zu. Selbst explosive Einzeltitel verpuffen im Index.

Pharmasektor unter Druck

Ein weiteres Risiko baut sich im Gesundheitsbereich auf. Neue US-Zölle auf patentierte Arzneimittel treten diesen Monat in Kraft. Importe aus der EU, Japan, Südkorea und der Schweiz werden mit 15 Prozent belastet. Britische Produkte mit 10 Prozent. Für Unternehmen ohne bestehende Preisvereinbarungen drohen Abgaben von bis zu 100 Prozent.

Der Gesundheitssektor macht 8,39 Prozent des ETF-Portfolios aus. FactSet hat die Gewinnschätzungen für die Branche bereits gesenkt.

Dichter Kalender, neuer Fed-Chef

Die nächsten Tage bringen mehrere Ereignisse auf einmal. Am 15. Juni geht URTH ex-Dividende — mit einer Ausschüttung von 1,26 USD je Anteil. Zwei Tage später, am 17. Juni, tagt die Federal Reserve erstmals unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der das Amt am 15. Mai übernommen hat.

Trotz des Wochenverlustes bleibt die 30-Tage-Bilanz mit plus 0,66 Prozent knapp positiv. Das zeigt, wie stark die Rally zuvor war: Am 2. Juni markierte URTH mit 206,18 USD ein 52-Wochen-Hoch. Seit dem Märztief summiert sich der Anstieg auf 35 Prozent. Der RSI liegt aktuell bei 55,1 — deutlich abgekühlt von den Extremwerten über 90 der Vorwochen.

Gebührenkrieg und SpaceX als Joker

Im Wettbewerb der ETF-Anbieter gerät URTH unter Druck. Invesco senkte die Kostenquote seines MSCI-World-Produkts am 1. April auf 0,05 Prozent. UBS und BNP Paribas zogen zuvor ähnlich. URTH liegt bei 0,24 Prozent — 19 Basispunkte über dem günstigsten Konkurrenten.

BlackRock hält dagegen: Die Tracking-Differenz von 0,02 Prozent ist laut Morningstar die beste in der Kategorie. Das Morningstar-Gold-Rating bleibt. Die Nettomittelzuflüsse der vergangenen zwölf Monate betragen 1,86 Milliarden USD.

Ein potenzieller Sondereffekt wartet noch. SpaceX hat im April vertraulich einen Börsengang beantragt. Eine Nasdaq-Notierung ist für diesen Sommer geplant — bei einer angestrebten Bewertung von 1,75 Billionen USD. Unter den MSCI-Schnellaufnahmeregeln könnte SpaceX binnen 15 Handelstagen nach dem Debüt in den Index aufgenommen werden. Schätzungen zufolge würde das rund 12 Milliarden USD an indexgetriebenen Käufen auslösen — eine Größenordnung, die das Portfolio in kurzer Zeit erheblich umschichten würde.

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