Der indische Aktienmarkt erlebt einen schwarzen Montag. Hohe Energiekosten und geopolitische Spannungen im Nahen Osten lösen eine Fluchtwelle ausländischer Investoren aus, die den Leitindex Sensex um über 1.000 Punkte ins Minus drückt.
Rohöl und Währung belasten die Bilanz
Der wichtigste Belastungsfaktor ist derzeit der Ölpreis, der die Marke von 110 US-Dollar pro Barrel übersprungen hat. Neue Warnungen aus Washington in Richtung Iran verschärfen die Lage in der Region zusätzlich. Für Indien ist das eine kritische Entwicklung, da das Land als Netto-Importeur massiv von stabilen Energiepreisen abhängig ist.
Indes sackte die indische Rupie auf ein Rekordtief von 96,25 gegenüber dem US-Dollar ab. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen verstärken die Risikoaversion internationaler Portfoliomanager. Mit einem Abzug von 2,2 Billionen Rupien haben ausländische Investoren im bisherigen Jahresverlauf bereits mehr Kapital aus Indien abgezogen als im gesamten Jahr 2025.
Schwere Verluste bei Index-Schwergewichten
Der iShares MSCI India ETF spiegelt diesen Abwärtsdruck wider, da seine wichtigsten Positionen unter Verkaufsdruck stehen. Besonders hart traf es Tata Steel mit einem Kursrückgang von über fünf Prozent, obwohl das Unternehmen zuletzt einen deutlichen Gewinnsprung gemeldet hatte. Parallel dazu verloren die Power Grid Corporation über vier Prozent und die State Bank of India knapp drei Prozent an Wert.
Nur wenige Sektoren zeigen Widerstandskraft. Technologie-Werte wie Infosys legten um rund 0,96 Prozent zu, während der Telekommunikationsriese Bharti Airtel ein Plus von 0,43 Prozent verbuchte. Diese Gewinne reichten jedoch nicht aus, um die Verluste im Banken- und Rohstoffsektor auszugleichen.
Der ETF verwaltet derzeit ein Vermögen von rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Mit einer Kostenquote von 0,61 Prozent bleibt er das zentrale Instrument für westliche Anleger, um in indische Großkonzerne zu investieren.
Charttechnisch hat sich die Lage deutlich eingetrübt. Der Nifty 50 rutschte unter seinen gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage bei 23.800 Punkten. Diese Marke fungiert nun als kurzfristiger Widerstand, während die Zone um 23.000 Zähler die nächste entscheidende Unterstützung bildet.
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