iShares MSCI Global Semiconductors ETF: Qualcomm-Amazon-Deal über 60 Mrd. Dollar

Symbolbild, KI-generiert

Qualcomm vereinbart mit Amazon eine Zusammenarbeit bis 60 Milliarden US-Dollar, während steigende Speicherpreise den Chipsektor zusätzlich stützen.

Auf einen Blick:
  • Qualcomm schließt Amazon-Vertrag über 60 Milliarden
  • KI-Nachfrage könnte jahrelangen Aufschwung tragen
  • DRAM-Preise sollen um 50 Prozent steigen
  • Nvidia bereitet 500-Milliarden-Kreditprogramm vor

Die globale Halbleiterindustrie zeigt sich am heutigen Mittwoch unbeeindruckt von den eskalierenden Spannungen am Energiemarkt. Während der Ölpreis für die Sorte Brent erstmals seit Juli wieder die Marke von 100 US-Dollar überschritt, trieben massive Großaufträge und die Aussicht auf einen jahrelangen Wachstumszyklus die Kurse der Chiphersteller an.

Insbesondere die Nachricht über eine weitreichende Kooperation zwischen Qualcomm und Amazon sorgte für positive Impulse an den internationalen Handelsplätzen.

Qualcomm sichert sich Amazon-Großauftrag

Qualcomm hat einen wegweisenden Vertrag mit Amazon für die Entwicklung kundenspezifischer KI-Chips und Konnektivitätslösungen unterzeichnet. Das Volumen dieser mehrjährigen Zusammenarbeit wird auf bis zu 60 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Im Zuge der Vereinbarung gab Qualcomm zudem Optionsscheine für 25 Millionen Aktien an den Cloud-Riesen aus. Der Finanzvorstand des Unternehmens bezeichnete die Bewertung des Papiers nach Bekanntgabe des Deals als angemessen und verwies auf künftige Umsatzbeiträge, die ab dem im Dezember endenden Quartal erwartet werden.

Parallel dazu bestätigten Marktteilnehmer auf der KB Jefferies Korea Conference den Optimismus für die gesamte Branche. Experten gehen davon aus, dass der durch Künstliche Intelligenz getriebene Superzyklus noch fünf bis zehn Jahre anhalten könnte. Allein die Nachfrage nach Speicherlösungen für physische KI-Anwendungen könnte sich demnach bis zum Jahr 2028 verzehnfachen.

Speicherpreise vor drastischem Anstieg

Ein wesentlicher Treiber für die künftige Umsatzentwicklung bleibt die Preisgestaltung bei Speicherbausteinen. Analysten von Susquehanna prognostizieren für das laufende dritte Quartal einen Preissprung bei DRAM-Chips um sequenziell 50 Prozent, während NAND-Speicher sogar um 60 Prozent teurer werden könnten.

Da Speicherprodukte inzwischen rund die Hälfte des gesamten globalen Halbleiterumsatzes generieren, profitieren Branchengrößen wie Samsung und SK Hynix überproportional von dieser Entwicklung.

In diesem dynamischen Marktumfeld notiert der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF heute bei 17,50 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein deutliches Plus von 83 Prozent.

Mit einem Stand von 24 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage unterstreicht der Sektor seine anhaltende relative Stärke gegenüber dem breiteren Markt, auch wenn am heutigen Mittwoch Inflationssorgen die allgemeinen Aktienindizes belasteten.

Neue Investitionswellen bei Fertigern und Ausrüstern

Auch auf der Ausrüsterseite verfestigt sich der positive Trend. Der Branchenprimus ASML meldete Vereinbarungen mit TSMC und Samsung über die Einführung der neuesten High-NA-EUV-Lithografiesysteme bis zum Ende des Jahrzehnts.

Die Analysten der Bank of America stellten zudem fest, dass institutionelle Investoren ihre Positionen im Halbleitersektor zuletzt weiter aufgestockt haben. Die relative Gewichtung der Branche in den Portfolios erreichte demnach mit dem 1,15-fachen einen neuen Höchststand.

Abgerundet wird die Nachrichtenlage durch innovative Finanzierungsmodelle. Nvidia bereitet laut Medienberichten ein Kreditprogramm im Volumen von 500 Milliarden US-Dollar vor, um Kunden den Erwerb von Hochleistungschips zu erleichtern. Dabei arbeitet der Konzern mit Finanzschwergewichten wie BlackRock und Goldman Sachs zusammen.

CEO Jensen Huang hatte bereits am Sonntag erklärt, dass die technologische Entwicklung mit dem Erreichen der sogenannten künstlichen allgemeinen Intelligenz (AGI) eine neue Stufe erreicht habe, was den Bedarf an Rechenkapazitäten dauerhaft hoch halten dürfte.

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