Die globale Halbleiterindustrie setzt ihren Expansionskurs mit hoher Dynamik fort. Laut Daten der Semiconductor Industry Association (SIA) erreichten die weltweiten Chipverkäufe im Juli 2026 einen Rekordwert von 146,8 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem massiven Anstieg von 135,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit verzeichnet die Branche den 17. Wachstumsmonat in Folge, was die anhaltend starke Nachfrage nach Rechenkapazitäten unterstreicht.
Chip-Absatz wächst im 17. Monat in Folge
Besonders kräftig fielen die Zuwächse in Amerika aus, wo die Verkäufe laut SIA um 171,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten. Auch im asiatisch-pazifischen Raum und in China wurden dreistellige Wachstumsraten gemeldet.
Europa verzeichnete ein Plus von 85,2 Prozent, während der japanische Markt um 50,8 Prozent wuchs. Dieser globale Aufwärtstrend spiegelt sich deutlich in der Wertentwicklung entsprechender Anlageprodukte wider. Der Anteilsschein des iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF notiert aktuell bei 17,47 €.
Parallel dazu berichten Medien über Bestrebungen führender Hersteller, ihre Margen weiter zu optimieren. So plant Intel Berichten zufolge eine Preiserhöhung von etwa zehn Prozent für ausgewählte PC-Prozessoren. Dies folgt auf eine Phase, in der das Unternehmen an der Börse eine neutrale Bewertung erhielt, da Analysten zunächst die weitere Preisgestaltung im Privatkundensegment abwarteten.
Analysten setzen auf Nvidia und Broadcom als KI-Gewinner
Die Experten von Piper Sandler haben heute die Coverage für den Sektor der KI-Chips mit einer optimistischen Prognose gestartet. Sie gehen davon aus, dass der Markt für Rechenleistung bis zum Jahr 2030 auf ein Volumen von 2,2 Billionen US-Dollar anwachsen wird. Als bevorzugte Titel („Top-Picks“) nannten die Analysten Nvidia und Broadcom. Für Nvidia wurde ein Kursziel von 300 US-Dollar ausgegeben, während Broadcom auf 460 US-Dollar taxiert wird.
Laut Piper Sandler ist der Markt derzeit regelrecht „hungrig“ nach zusätzlicher Rechenkapazität. Besonders Broadcom profitiert hierbei von seiner starken Stellung im Bereich der anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreise (ASIC) für KI-Inferenz, wo das Unternehmen einen Marktanteil von 75 Prozent hält. Auch AMD und Arm wurden von den Analysten mit „Overweight“ eingestuft, während Intel und Qualcomm eine neutrale Bewertung erhielten.
Foundry-Markt erreicht historische Höchstmarke
Ergänzend zu den Absatzzahlen meldete das Marktforschungsunternehmen TrendForce für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz der zehn größten Auftragsfertiger (Foundries). Der Gesamtumsatz stieg demnach um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf rund 53,49 Milliarden US-Dollar. Branchenprimus TSMC festigte seine Dominanz mit einem Marktanteil von 72,5 Prozent und einem Quartalsumsatz von rund 40,2 Milliarden US-Dollar.
Trotz der positiven Branchennachrichten bleibt das Umfeld für Anleger von einer gewissen Volatilität geprägt. Während der Halbleiter-ETF seit Jahresbeginn um 83 % zulegen konnte, führt die jüngste Sektor-Rotation dazu, dass der Kurs noch rund 19 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Juni notiert.
Marktbeobachter von JPMorgan wiesen zudem darauf hin, dass die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher (HBM) die Kapazitäten der Hersteller wie SK Hynix bis weit in das nächste Jahr hinein binden dürfte, was die Preisstabilität im gesamten Sektor stützt.
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