iShares Global Semiconductors ETF: 3,96-Prozent-Sprung auf 16,86 Euro

Starke Cloud-Ergebnisse von Microsoft und Amazon treiben Halbleiterwerte an. Der iShares-Chip-ETF legt um knapp vier Prozent zu, während Speicherhersteller Rekorde melden.

Auf einen Blick:
  • Chip-ETF steigt um fast vier Prozent
  • Microsoft und Amazon treiben Rally an
  • Speicherhersteller melden Rekordzahlen
  • Kospi verzeichnet historischen Tagesgewinn

Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc legt am heutigen Freitag kräftig zu und notiert bei 16,86 Euro – ein Plus von 3,96 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Der Sprung folgt auf eine der stärksten Sitzungen für Halbleiterwerte seit Monaten, ausgelöst durch überraschend robuste Cloud- und Chip-Zahlen großer Technologiekonzerne.

Microsoft und Amazon zünden die Rally

Auslöser der Bewegung war der Handelstag am Donnerstag, an dem der Philadelphia Semiconductor Index um 8,19 Prozent zulegte – der größte Tagesgewinn seit April 2025. Microsoft sprang um 15,51 Prozent auf 451,10 US-Dollar und gewann damit rund 450 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung, der größte Einzeltagesanstieg der Unternehmensgeschichte. Grund war ein Umsatzsprung bei Azure um 43 Prozent, der Cloud-Bereich überschritt erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Auch Amazon lieferte Rückenwind: Der AWS-Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar, die Aktie zog nachbörslich um 6 Prozent an. Intel verzeichnete unterdessen einen Quartalsumsatz von 16,13 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen deutlich, während der Gewinn je Aktie sich mehr als verdoppelte – getragen vom Data-Center- und KI-Geschäft, das inzwischen rund 70 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.

Ein Kontrapunkt kam von Meta: Der Social-Media-Konzern verlor 7,95 Prozent, nachdem der freie Cashflow um 91 Prozent eingebrochen war und die Investitionsausgaben für Künstliche Intelligenz weiter steigen sollen. Für Anleger im Sektor zeigt dies, wie unterschiedlich der Markt zwischen KI-Gewinnern und -Verlierern differenziert.

Speicherchip-Hersteller im Fokus

Besonders kräftig fiel die Erholung bei Speicherchip-Herstellern aus. Lam Research sprang um 18 bis 20 Prozent auf 297,72 US-Dollar, nachdem der Ausrüster einen Quartalsumsatz von 6,72 Milliarden US-Dollar und eine Bruttomarge von 52 Prozent gemeldet hatte – den höchsten Wert seit zwanzig Jahren. Micron und SanDisk zogen ebenfalls zweistellig an. Samsung Electronics vermeldete für das zweite Quartal einen operativen Rekordgewinn von 89,5 Billionen Won und warnte gleichzeitig vor einer anhaltenden Speicherchip-Knappheit, die sich bis in die Jahre 2027 oder 2028 ziehen könnte – eine Aussicht, die Anleger als strukturell preistreibend werten.

In Seoul eskalierte die Euphorie am Freitag zu historischen Ausmaßen: Der koreanische Leitindex Kospi legte um 17,91 Prozent auf 6.595,45 Punkte zu, der größte Tagesgewinn seiner Geschichte. SK Hynix schoss um 29,95 Prozent auf das Tageslimit, Samsung Electronics um 26,81 Prozent. Verstärkt wurde die Bewegung durch einen Aktienkauf des SK-Konzernchefs Chey Tae-won, der 3.620 Aktien von SK Hynix für umgerechnet rund 4,8 Milliarden Won erwarb – ein Signal, das ausländische Investoren mit Rekord-Nettokäufen beantworteten.

Erholung von schwachem Niveau

Die Rally kommt nicht aus dem Nichts, sondern folgt einem heftigen Ausverkauf. Über die vergangenen 30 Handelstage steht der ETF trotz des heutigen Sprungs noch mit 14,94 Prozent im Minus, und zum 52-Wochen-Hoch vom 22. Juni bei 21,52 Euro fehlen weiterhin 21,67 Prozent. Die annualisierte Volatilität von gut 69 Prozent unterstreicht, wie nervös der Sektor derzeit gehandelt wird – ausgelöst auch durch Berichte über Zwangsliquidationen bei koreanischen und US-amerikanischen Privatanlegern, die zuvor stark gehebelte Positionen auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Auf Jahressicht bleibt die Bilanz des ETF dennoch beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 76,43 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 134 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 45,3 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage – Spielraum in beide Richtungen bleibt damit erhalten, sollte die Berichtssaison der großen Chip- und Cloud-Konzerne in den kommenden Tagen weitere Impulse liefern.

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