iShares Global Clean Energy ETF: GE Vernova verliert über 4 Prozent

Schwache Quartalsdaten, steigende Renditen und US-Netzregeln drücken auf Clean-Energy-Aktien, während KI und Strombedarf langfristig stützen.

Auf einen Blick:
  • Clean-Energy-ETF verliert zwei Prozent
  • Canadian Solar verfehlt Gewinnerwartungen deutlich
  • GE Vernova trotz Auftragsplus schwächer
  • KI treibt langfristigen Infrastrukturbedarf

Der Markt für erneuerbare Energien sah sich gestern mit einer Kombination aus restriktiven Signalen der US-Geldpolitik und enttäuschenden Unternehmensbilanzen konfrontiert.

Trotz der anhaltend hohen Nachfrage nach Energieinfrastruktur, die insbesondere durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) getrieben wird, gerieten die Kurse namhafter Branchenvertreter unter Druck. Der iShares Global Clean Energy ETF beendete die Handelswoche mit einem Abschlag von 2,0 Prozent bei einem Kurs von 17,48 USD.

Enttäuschende Bilanzen bei Sektor-Schwergewichten

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für das Segment war gestern die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse von Canadian Solar. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Verlust von 1,40 USD pro Aktie, was die Markterwartungen eines Fehlbetrags von lediglich 0,18 USD deutlich verfehlte.

Auch der Umsatz blieb mit 1,21 Milliarden USD hinter den Prognosen zurück. Analysten von Mizuho reagierten prompt und senkten ihr Kursziel für den Solarspezialisten auf 17 USD, während GLJ Research die Aktie weiterhin mit einer Verkaufsempfehlung einstuft.

Ähnlich verlief die Kursentwicklung bei GE Vernova. Obwohl das Unternehmen einen massiven Auftragszuwachs von 88 Prozent und einen Auftragsbestand von 176 Milliarden USD auswies, verlor die Aktie im gestrigen Handel über vier Prozent an Wert.

Insbesondere die Schwäche im Windkraftsegment, wo der Umsatz um zehn Prozent sank, trübte die Stimmung der Anleger. Während die Power-Sparte von Datencenter-Deals profitierte, reichten diese positiven Impulse nicht aus, um Gewinnmitnahmen im gesamten Sektor zu verhindern.

Makroökonomischer Druck aus Jackson Hole

Zusätzlicher Gegenwind kam von der geldpolitischen Front. Eine Rede des US-Notenbankchefs Warsh in Jackson Hole am gestrigen Freitag sorgte für Verunsicherung an den Märkten. Seine Äußerungen wurden von Marktteilnehmern als „hawkisch“ interpretiert, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September steigen ließ.

Steigende Renditen bei Staatsanleihen belasten traditionell kapitalintensive Branchen wie die Versorger und Anbieter erneuerbarer Energien, da sie die Finanzierungskosten für Großprojekte verteuern.

In diesem Umfeld zeigt der Relative-Stärke-Index (RSI) für den iShares Global Clean Energy ETF einen Wert von 40,1 an. Dieser Stand deutet auf eine neutrale bis leicht angeschlagene technische Verfassung hin, ohne dass bereits ein überverkaufter Zustand erreicht ist.

Regulatorische Hürden und langfristige Nachfragetreiber

Neben den Finanzergebnissen rückte am Mittwoch eine neue Verordnung in den Fokus: Per Dekret wurde ein nationaler Notstand für die Sicherheit des US-Stromnetzes ausgerufen.

Diese Anordnung richtet sich gegen den Einsatz von kritischer Infrastruktur ausländischer Herkunft, was insbesondere die Lieferketten für Wind- und Solaranlagen beeinflussen könnte. Das US-Energieministerium hat nun 120 Tage Zeit, um detaillierte Richtlinien für die Beschaffung von Ausrüstung zu erarbeiten.

Dem stehen positive langfristige Prognosen gegenüber. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für das Jahr 2026 ein Wachstum der globalen Stromnachfrage um 3,6 Prozent. Große Investmenthäuser wie der Soros Fund reagierten bereits im zweiten Quartal auf diesen Trend und bauten Positionen bei Versorgern wie American Electric Power (AEP) aus.

Auch IREN (ehemals Iris Energy) treibt die Diversifizierung voran und sicherte sich eine GPU-Finanzierung in Höhe von 2,8 Milliarden USD, um Rechenzentrumskapazitäten für KI-Anwendungen bereitzustellen. Laut Analysten von BTIG Research bleibt das Potenzial in diesem speziellen Teilmarkt hoch, sofern die steigenden Konvertierungskosten kontrolliert werden können.

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