Iren hat im letzten Jahr eine beeindruckende Rallye hingelegt. Auch nach dem Rücksetzer konnte zuletzt wieder Stärke in den Markt zurückkehren. Ein Treiber dieser Bewegung ist die gesamte Story rund um das Unternehmen.
Neues Geschäftsfeld treibt Wachstum
IREN war zeitweise eines der meistdiskutierten Themen in US-Tech- und AI-Screens – ein klares Zeichen dafür, dass hier nicht mehr nur Krypto-Trader aktiv sind, sondern auch thematische Fonds und Momentum-Investoren zugreifen. Der Grund für diese plötzliche Aufmerksamkeit liegt weniger im Bitcoin-Preis als in der Story, die sich rund um IREN verschoben hat. Der Markt beginnt, das Unternehmen nicht mehr primär als volatilen Bitcoin-Miner zu betrachten, sondern als potenziellen Betreiber großskaliger AI-Infrastruktur. Genau diese Verschiebung, weg vom reinen Zykliker, hin zu einer planbareren Cloud- und Rechenzentrumslogik – treibt die Neubewertung.
Operativ ist dieser Pivot längst keine bloße PowerPoint-Vision mehr. Zwar stammt der Großteil der Umsätze aktuell noch aus dem Mining-Geschäft, doch die Basis für das neue Standbein ist gelegt. IREN verfügt über rund drei Gigawatt gesicherte Stromkapazität, ein entscheidender Engpassfaktor im globalen Wettbewerb um AI-Rechenzentren. Während andere Anbieter um Netzanschlüsse kämpfen, kann IREN Projekte konkret planen. Das ambitionierte Ziel lautet, bis Ende 2026 rund 140.000 GPUs an mehreren Standorten in Texas in Betrieb zu nehmen.
Der eigentliche Gamechanger für die Wahrnehmung am Markt ist jedoch der langfristige AI-Cloud-Vertrag mit Microsoft. Über eine Laufzeit von fünf Jahren soll ein Volumen von rund 9,7 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. IREN stellt dafür dedizierte GPU-Kapazitäten aus eigenen Rechenzentren bereit und wird damit faktisch Teil des Azure- und OpenAI-Ökosystems. Für Investoren ist das besonders relevant, da dieser Deal die extreme Ergebnisvolatilität des Bitcoin-Minings deutlich abfedern kann. Das Management spricht offen davon, bei voller Auslastung bis Ende 2026 eine jährlich wiederkehrende Umsatzbasis von rund 3,4 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Sollte das gelingen, würde sich das Profil des Unternehmens grundlegend verändern, weg vom spekulativen Miner, hin zu einem Infrastruktur-Provider mit planbaren Cashflows.
IREN-Aktie im Chart-Check
Die Aktie hatte zwar die 100-Tagelinie nach unten unterschritten, erreichte mit dem Rücklauf jedoch die vorherigen Hochs nicht mehr und drehte bereits zuvor wieder nach oben. Mit dem Überschreiten des kurzfristigen Hochs bei 52,50 US-Dollar kommt ein weiteres Stärke-Signal hinzu. Sollte der Kurs die Hochs bei rund 80 US-Dollar überschreiten, wäre das eine klare Fortsetzung des aktuellen Trends. Eine Abweisung an dieser Zone beziehungsweise an den Hochs würde hingegen auf ein mögliches Doppeltop hindeuten und könnte die aktuellen Unterstützungen an den letzten Tiefs bei rund 33 US-Dollar als Ziel in den Fokus rücken. Solange der Markt diese Struktur jedoch beibehält, keine Abweisung zeigt und die letzten Tiefs nicht unterschreitet, gehe ich weiterhin von einer Trendfortsetzung aus. Hier ist die IREN-Aktie im Tageschart.

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/O24kSE1U/
Mit einer Positionierung im Markt würde ich aktuell jedoch abwarten. Sollte der Markt die Hochs brechen, könnte versucht werden, direkt mit dem Ausbruch mitzugehen. Eine zweite Option wäre, nach dem Ausbruch einen Rücklauf an die Hochs abzuwarten beziehungsweise erneute Stärke nach einem Rücksetzer zu beobachten.
Sollte es an den Hochs zu einer Abweisung kommen, könnte sich daraus kurzfristig eine Short-Chance ergeben. Das Ziel läge dann an der Aufwärtstrendlinie oder an den letzten Tiefs beziehungsweise der Unterstützungszone.
Ihr Konrad
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