IREN Aktie: Vier-Milliarden-Ziel rutscht um einen Monat

Symbolbild, KI-generiert

Die KI-Cloud steigert IRENs Quartalsumsatz, doch Microsoft-bedingte Verzögerungen und ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf belasten den Ausbau.

Auf einen Blick:
  • KI-Cloud-Umsatz steigt um 182 Prozent
  • Quartalsumsatz übertrifft die Erwartungen
  • Microsoft-Anpassungen verschieben das Vier-Milliarden-Ziel
  • Sechs Milliarden Dollar Finanzierung fehlen noch

Der Umbau vom Bitcoin-Schürfer zum KI-Infrastrukturanbieter liefert Zahlen, die den Markt dennoch nicht überzeugen. Die Aktie verlor am Donnerstag knapp 17 Prozent und schloss bei 18,03 Dollar. Der Rückgang fiel in einen breiten Ausverkauf bei KI- und Technologiewerten.

KI-Cloud trägt das Wachstum

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 66 Prozent auf 228 Millionen Dollar. Das lag über den Erwartungen von 221 Millionen. Treiber war die KI-Cloud mit rund 200 Millionen Dollar Erlös, einem Plus von 182 Prozent zum Vorquartal.

Der Nettoverlust sank von 684 auf 263 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von 19 auf 66 Millionen Dollar. Profitabel ist IREN damit noch lange nicht.

Das Bitcoin-Geschäft schrumpft derweil planmäßig. Die Mining-Erlöse fielen auf 28 Millionen Dollar, 88 Prozent weniger als vor einem Jahr. Produziert wurden nur noch 402 Bitcoin nach 2.039 im Vorjahresquartal.

Die Umstellung der Rechenzentrumskapazitäten soll bis zum 31. Dezember 2026 weitgehend abgeschlossen sein, unbedeutende Mining-Aktivitäten laufen bis 2027 weiter. Gemessen am Umsatz kommt IREN inzwischen auf einen KI-Anteil von etwa 88 Prozent.

Microsoft sorgt für Verzögerung

Das Wachstum hängt eng an Microsoft. Der erste Abschnitt des Horizon-Rechenzentrums für den Konzern ging im August in Betrieb. Nun verlangt Microsoft Anpassungen an der Netzwerkinfrastruktur, hinzu kommen Engpässe bei Zulieferern.

Die Folge: IREN schiebt das Ziel einer annualisierten Umsatzrate von mehr als vier Milliarden Dollar von Ende Dezember 2026 auf Januar 2027. Es ist nur ein Monat, aber er zeigt, wie abhängig das Unternehmen von einzelnen Großkunden ist. Marktbeobachter dürften das als Warnsignal für den Zeitplan lesen.

Hoher Kapitalbedarf

Für den Rest des Geschäftsjahres plant IREN Investitionen von 15 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Hardware. Neun Milliarden davon sind durch vorhandene Mittel, zugesagte Finanzierungen und Kundenvorauszahlungen gedeckt. Für die übrigen sechs Milliarden braucht das Management zusätzliche Finanzierungen, deren Verfügbarkeit auch von den Marktbedingungen abhängt.

Ein Polster liefert das Auftragsbuch. Der vertraglich gesicherte künftige Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar. Neben Microsoft zählen Nvidia und 13 weitere Kunden dazu.

Die Rechnung ist klar: Gelingt es, die Lücke von sechs Milliarden Dollar zu schließen, trägt das Auftragsbuch den Ausbau. Bleibt die Finanzierung in einem schwachen Technologiemarkt teuer oder knapp, steht der Zeitplan für das Vier-Milliarden-Ziel im Januar 2027 unter zusätzlichem Druck.

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