Während die IREN-Aktie am heutigen Freitag unter Druck gerät, rückt ein Detail aus der jüngst abgeschlossenen Mirantis-Übernahme in den Fokus: Nvidia hat sich im Zuge des Deals ein Optionsrecht auf bis zu 30 Millionen IREN-Aktien zu einem Preis von 70 US-Dollar pro Stück gesichert.
Die Option läuft über fünf Jahre und wäre bei vollständiger Ausübung bis zu 2,1 Milliarden Dollar schwer. Parallel dazu vereinbarten beide Unternehmen einen fünfjährigen GPU-Cloud-Vertrag im Volumen von 3,4 Milliarden Dollar.
Die Konstruktion zeigt, wie eng sich der Grafikchip-Konzern inzwischen an den australischen Rechenzentrumsbetreiber bindet. Mirantis, dessen Übernahme durch IREN Anfang August für rund 625 Millionen Dollar über die Bühne ging, integriert bereits den Nvidia Infra Controller und das DSX-Betriebssystem in seine K0rdent-AI-Plattform. Damit soll künftige Hardware wie die Blackwell- und die kommende Vera-Rubin-Generation ohne größeren Umbau der Infrastruktur unterstützt werden können.
Kursabsturz überschattet die strategische Nähe zu Nvidia
Von der langfristigen Partnerschaft ist an der Börse aktuell wenig zu spüren. Die Aktie notiert bei 30,32 Euro und verliert am heutigen Handelstag rund 13 Prozent. Damit liegt das Papier 56 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro, das IREN Anfang November erreicht hatte.
Auslöser der aktuellen Talfahrt sind die am Freitag vorgelegten Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr, die trotz kräftigem Wachstum im KI-Cloud-Geschäft von hohen Verlusten geprägt sind.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 wuchs der Umsatz um 41,1 Prozent auf 707 Millionen Dollar, während gleichzeitig ein Nettoverlust von 702,6 Millionen Dollar anfiel – nach einem Gewinn von 86,9 Millionen Dollar im Vorjahr.
Grund dafür ist eine umfangreiche Wertberichtigung auf ausgemusterte Bitcoin-Mining-Hardware, mit der IREN seinen Umbau vom Krypto-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter weiter vorantreibt. Das bereinigte EBITDA im vierten Quartal blieb mit 19,2 Millionen Dollar deutlich unter der Konsensschätzung von 34,9 Millionen Dollar.
AI-Cloud-Geschäft wächst kräftig, Analysten bleiben bei ihren Kurszielen
Der eigentliche Umbruch zeigt sich in der Umsatzstruktur: Der KI-Cloud-Umsatz kletterte von 16,4 Millionen Dollar im Vorjahr auf 128,8 Millionen Dollar im Gesamtjahr, im vierten Quartal allein verdoppelte er sich gegenüber dem Vorquartal auf 70,5 Millionen Dollar. Damit überholte das Cloud-Geschäft das klassische Mining-Segment erstmals wertmäßig.
IREN bekräftigte zudem sein Ziel einer annualisierten, vollständig kontrahierten Umsatzbasis von 4 Milliarden Dollar für 2026 – ein Wert, der zuvor noch bei 3,4 Milliarden Dollar gelegen hatte. Ein neuer Mehrjahresvertrag mit einem führenden KI-Labor sowie die bereits ausgelieferte erste Phase des Microsoft-Projekts stützen diese Zahl.
Trotz der schwachen Kursreaktion halten mehrere Analysehäuser an optimistischen Einschätzungen fest. Cantor Fitzgerald bestätigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 99 US-Dollar und verweist auf ein Aufwärtspotenzial von 144 Prozent gegenüber dem Eröffnungskurs vom Freitag. H.C. Wainwright sieht das Papier bei 90 Dollar als Kauf, Citizens JMP nennt ein Kursziel von 80 Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2027 kalkuliert IREN mit Investitionsausgaben von 25 bis 30 Milliarden Dollar, um die geplante Kapazität von 480 Megawatt in diesem Jahr auf 1,2 Gigawatt auszubauen – finanziert unter anderem über die frisch verhandelte Nvidia-Partnerschaft und eine milliardenschwere GPU-Finanzierung von 6,5 Milliarden Dollar.
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