Manchmal kommt alles auf einmal. IREN, der australische Betreiber von Rechenzentren und Bitcoin-Miner im Wandel, warf am Donnerstagabend drei Meldungen auf den Markt: einen Milliarden-Deal mit Nvidia, eine Übernahme in Spanien und Quartalszahlen, die so weit unter den Erwartungen lagen, dass man sich kurz die Augen reiben musste. Die Aktie stieg trotzdem, nach Handelsschluss um rund 7 Prozent.
3,4 Milliarden Dollar, fünf Jahre, Blackwell
Das Herzstück der Meldungen ist ein Fünfjahresvertrag mit Nvidia, Volumen rund 3,4 Milliarden Dollar. IREN wird dabei Managed-GPU-Cloud-Services für Nvidias interne KI- und Forschungsworkloads bereitstellen, konkret über luftgekühlte Blackwell-Systeme, die auf rund 60 Megawatt bestehender Rechenzentrumskapazität am Standort Childress, Texas, laufen sollen. Der Hochlauf ist ab Anfang 2027 geplant. Dass Nvidia als Kunde auftritt und nicht nur als Lieferant, ist für IREN ein anderes Kaliber von Referenz als alles, was das Unternehmen bisher vorweisen konnte.
Daniel Roberts, Co-Gründer und Co-CEO, formulierte es so: „Die Welt hat strukturell zu wenig Rechenkapazität, und der Engpass liegt bei fertiggestellten Rechenzentren und GPU-Kapazitäten. Das spielt direkt in IRENs Kernkompetenzen.“
Spanien dazu, 490 Megawatt, kein Preis genannt
Parallel dazu gab IREN die Übernahme des spanischen Rechenzentrumsentwicklers Nostrum Group bekannt. Der Deal bringt rund 490 Megawatt gesicherter, netzgebundener Kapazität in Spanien, dazu eine Entwicklungspipeline und ein lokales Team. Das Gesamtportfolio klettert damit auf 5 Gigawatt. Finanzielle Details nannte das Unternehmen nicht.
IREN Limited Aktie Chart
Und dann waren da noch die Zahlen
Der Quartalsbericht für das per 31. März abgeschlossene dritte Geschäftsquartal las sich deutlich weniger glänzend. Umsatz: 144,8 Millionen Dollar, Konsens lag bei 219,3 Millionen Dollar. Das Verfehlen um knapp 75 Millionen Dollar war vor allem dem schwächeren Bitcoin-Preis geschuldet, dazu kamen Abschreibungen auf Mining-Hardware, die vor GPU-Installationen außer Betrieb genommen wurde. Bitcoin-Mining-Umsatz fiel von 167,4 auf 111,2 Millionen Dollar. Der KI-Cloud-Umsatz stieg hingegen von 17,3 auf 33,6 Millionen Dollar. Adjusted EBITDA: 59,5 Millionen Dollar nach 75,3 Millionen im Vorquartal. Nettoverlust: 247,8 Millionen Dollar.
Wer die Zahlen isoliert betrachtet, fragt sich, warum die Aktie überhaupt steigt. Wer den Nvidia-Vertrag danebenlegt, versteht es sofort. IREN ist eben kein Bitcoin-Miner mehr, auch wenn die Quartalszahlen das noch nicht vollständig widerspiegeln. 3,4 Milliarden Dollar über fünf Jahre sagen mehr als ein verfehlter Quartalsumsatz.
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