Die IREN-Aktie verzeichnet am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kurszuwachs von 5,4 % auf 37,70 €. Dieser Anstieg folgt auf eine umfassende Neubewertung durch JPMorgan am Montag, die das Papier im Zuge einer breiteren Erholung des Neocloud-Sektors antrieb. Analysten heben dabei insbesondere die wachsende Preismacht des Unternehmens im Bereich der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) hervor.
JPMorgan sieht deutliches Aufwärtspotenzial
Analyst Richard Choe von JPMorgan stufte die Aktie am Montag von „Underweight“ direkt auf „Overweight“ hoch und übersprang damit die neutrale Bewertung. Das Kursziel für den Titel wurde dabei von 46,00 auf 65,00 US-Dollar angehoben.
Als wesentlichen Treiber für diesen Schritt nannte die Bank deutlich gestiegene Vertragssätze für die Cloud-Operationen des Unternehmens. Medienberichten zufolge liegen die Raten für neuere Abschlüsse mittlerweile bei 15 bis 20 US-Dollar pro Watt, womit sie das Niveau älterer Verträge von 10 bis 15 US-Dollar pro Watt signifikant übertreffen.
Diese Entwicklung unterstreicht die starke Marktpositionierung von IREN im Wettbewerb um Rechenzentrumskapazitäten. Bereits Anfang September äußerte sich zudem Gautam Chhugani von Bernstein optimistisch und stellte für die kommenden zwölf Monate sogar neue Rekordstände in Aussicht.
Strategische Meilensteine und Infrastrukturausbau
Parallel zur positiven Analystenresonanz profitiert IREN von operativen Fortschritten. Vor rund einer Woche wurde bekannt, dass der 2-Gigawatt-Standort Sweetwater Hub in Texas eine wichtige Einstufung im Rahmen des Netzanschlussverfahrens erhalten hat.
Zudem gilt das Unternehmen als zentraler Profiteur der verstärkten KI-Infrastruktur-Investitionen in Australien, die durch Kooperationen zwischen Nvidia und lokalen Betreibern vorangetrieben werden.
Bereits vor über einem Monat erreichte IREN einen bedeutenden Meilenstein durch die Auslieferung und Abnahme von „Horizon 1“ durch Microsoft. Zur vertikalen Integration der Software-Ebene schloss das Unternehmen zudem Anfang August die Übernahme des Anbieters Mirantis ab.
Um das langfristige Wachstum zu sichern, wurde Ende August eine Finanzierung in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar vereinbart. Diese Mittel, angeführt von Blue Owl Capital, sind primär für die Beschaffung von Nvidia Blackwell Ultra GPUs für den Campus in British Columbia vorgesehen.
Einordnung der Kursbewegung
Trotz der jüngsten Erholung weist die Aktie weiterhin eine hohe Volatilität auf. Mit dem aktuellen Kurssprung notiert das Papier nun etwa 7,9 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Dennoch bleibt der Wert mit einem Abstand von 45 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 68,61 €, das Anfang November des vergangenen Jahres markiert wurde.
Die jüngsten operativen Erfolge und die Bestätigung der Preismacht durch Analysten scheinen jedoch die Skepsis zu mildern, die nach dem vor gut drei Wochen gemeldeten Nettoverlust aufgrund von Abschreibungen auf Mining-Hardware herrschte.
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