IREN Aktie: JPMorgan auf Short-Liste

JPMorgan stuft IREN als Short-Wette ein und verweist auf fallende GPU-Preise. Die Aktie verliert trotz uneinheitlicher Analystenmeinungen.

Auf einen Blick:
  • JPMorgan setzt IREN auf Short-Liste
  • Sinkende GPU-Mietpreise als Hauptgrund
  • Meta könnte zum Konkurrenten werden
  • Aktie verliert 19 Prozent in 30 Tagen

JPMorgan traut IREN nicht über den Weg. Die Bank hat die Aktie des Bitcoin-Miners und KI-Cloud-Anbieters auf ihre Liste der 25 aussichtsreichsten Short-Wetten für das dritte Quartal 2026 gesetzt. Das Verkaufsrating bleibt bestehen, das Kursziel-Argument ist simpel: sinkende Preise für GPU-Mietkapazitäten.

Am Freitag reagierten IREN-Aktien trotz der negativen Einstufung zunächst kaum. Der Kurs schloss bei 36,01 Euro, ein Minus von 1,54 Prozent zum Vortag. Zwischenzeitlich zog die Aktie am Nachmittag sogar an – ein Signal dafür, wie gespalten die Wall Street bei diesem Titel derzeit ist.

Woher der Preisdruck kommt

Der JPMorgan-Analyst hinter der Short-Empfehlung nennt einen konkreten Grund. Neue Wettbewerber mit großen Kapazitäten drängen in den Markt. Das drückt die Mietpreise für Grafikprozessoren, auf die IREN sein Geschäftsmodell aufgebaut hat.

Der eigentliche Auslöser der Sorgen liegt aber woanders: bei Meta. Der Tech-Konzern plant offenbar, überschüssige KI-Rechenkapazität selbst zu vermarkten. Das würde einen der größten Kunden der Branche in einen direkten Konkurrenten verwandeln – für Unternehmen wie IREN, CoreWeave und Nebius ein Alptraum-Szenario. Alle drei Aktien gaben nach Bekanntwerden der Pläne deutlich nach.

Der Belastung hält seit Wochen an. IREN hat in den vergangenen 30 Tagen fast ein Fünftel an Wert verloren, 19,26 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 68,61 Euro, erreicht am 3. November 2025, trennen die Aktie mittlerweile 47,51 Prozent. Der 7-Tage-Wert zeigt mit minus 0,95 Prozent zumindest eine gewisse Stabilisierung.

Zwei Lager, eine Aktie

Während JPMorgan seine bärische Position verschärft, halten andere Analysten dagegen. Neocloud-Werte erholten sich am Donnerstag spürbar, nachdem Marktbeobachter Zweifel an der Tragweite der Meta-Pläne äußerten. Die Frage, ob Meta tatsächlich die Preismacht spezialisierter KI-Cloud-Anbieter untergraben kann, bleibt unbeantwortet.

Diese Unsicherheit spiegelt sich in den technischen Kennzahlen. Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,5 – die Aktie nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von rund 90 Prozent zeigt, wie nervös der Markt den Wandel von IREN vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter bewertet. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 46,95 Euro fehlen der Aktie 23,30 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt von 42,25 Euro sind es 14,76 Prozent.

Der Vergleich zum Jahresbeginn relativiert die jüngste Talfahrt etwas: Auf Jahressicht steht IREN noch mit 147,22 Prozent im Plus. Die Jahresperformance 2026 selbst ist mit minus 1,26 Prozent nahezu ausgeglichen – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark die Stimmung in diesem Jahr bereits gekippt ist.

Der Tauziehen zwischen JPMorgans Short-Wette und optimistischeren Stimmen an der Wall Street dürfte anhalten. Entwicklungen bei den GPU-Preisen und weitere Details zu Metas Computing-Strategie bleiben die entscheidenden Faktoren für den Kursverlauf in den kommenden Wochen.

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