IREN Aktie: ERCOT stuft Sweetwater bedingt ein

Symbolbild, KI-generiert

IREN erhält für Sweetwater einen bedingten ERCOT-Status. Zugleich steigen Preise für Rechenleistung, während der Nettoverlust hoch bleibt.

Auf einen Blick:
  • Sweetwater erhält bedingten ERCOT-Status
  • Aktie steigt um 9,1 Prozent
  • Rechenleistung kostet deutlich mehr
  • GAAP-Nettoverlust erreicht 684 Millionen US-Dollar

IREN treibt seinen texanischen Großstandort einen entscheidenden Schritt voran: Der 2-Gigawatt-Hub Sweetwater wurde vom Netzbetreiber ERCOT im sogenannten Batch-Zero-Screening bedingt als Grundlastkapazität eingestuft. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Kurssprung von 9,1 Prozent auf 40,70 Euro im deutschen Handel.

Sweetwater erreicht wichtigen Netzstatus

Der Standort Sweetwater besteht aus zwei Teilprojekten: Sweetwater 1 mit 1.400 Megawatt und Sweetwater 2 mit 600 Megawatt. Die Umspannstation von Sweetwater 1 wurde bereits Anfang Mai in Betrieb genommen, weitere 300 Megawatt befinden sich im Bau und sollen im vierten Quartal 2027 geliefert werden. Insgesamt gehört der Hub zu einem globalen Portfolio von mehr als 5 Gigawatt, das IREN aufgebaut hat.

Die Einstufung als Base Load durch ERCOT ist zwar noch konditional, signalisiert aber, dass das Unternehmen bei der begehrten Netzanbindung in Texas eine privilegierte Position einnimmt – ein Faktor, der angesichts der angespannten Stromversorgung für Rechenzentren zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.

Auch andere Betreiber melden ähnliche Fortschritte: Soluna erhielt für seinen 166-Megawatt-Campus Kati ebenfalls einen bedingten Base-Load-Status von ERCOT. Das unterstreicht, wie sehr die Netzklassifizierung inzwischen zum kritischen Engpass für die gesamte Branche geworden ist.

Co-CEO Daniel Roberts brachte das Kernproblem der Branche auf den Punkt: Neue Netzkapazität sei mittlerweile der knappste Rohstoff überhaupt, knapper als Chips oder Kapital.

Preise für Rechenleistung ziehen deutlich an

Parallel zur Netzfrage verschiebt sich bei IREN die Preisdynamik im laufenden Neugeschäft. In aktuellen Gesprächen werden nach Unternehmensangaben rund 25 Millionen US-Dollar pro Megawatt IT-Last aufgerufen – deutlich mehr als die 9,70 Millionen US-Dollar im November 2025 oder die 11,33 Millionen US-Dollar im Mai 2026. Die Preise für Drei-Jahres-Kontrakte haben sich seit November demnach mehr als verdoppelt, für Fünf-Jahres-Kontrakte liegt der Anstieg bei rund 70 Prozent.

Diese Repricing-Dynamik trifft auf ein wachsendes Auftragsbuch. Der annualisierte Vertragswert aus den Vereinbarungen mit Microsoft und NVIDIA summiert sich auf rund 2,62 Milliarden US-Dollar. Bis Ende Dezember 2026 strebt IREN einen kontrahierten Jahresumsatz von 4 Milliarden US-Dollar an.

Im vierten Geschäftsquartal verdoppelte sich der Umsatz aus dem AI-Cloud-Geschäft auf 70,5 Millionen US-Dollar, im Gesamtjahr wuchs dieser Bereich auf 128,8 Millionen US-Dollar – eine Verachtfachung gegenüber dem Vorjahr.

Zugleich verbuchte IREN im vierten Geschäftsquartal einen GAAP-Nettoverlust von 684 Millionen US-Dollar, der maßgeblich auf eine Abschreibung von 450,4 Millionen US-Dollar zurückzuführen ist – ein Effekt, der die operative Wachstumsstory nicht schmälert, aber die Bilanzlage in Erinnerung ruft.

Was die Netzentscheidung für Anleger bedeutet

Für Investoren verknüpft die ERCOT-Einstufung zwei zentrale Erzählstränge: den physischen Ausbau der Infrastruktur und die kommerzielle Aufwertung der Rechenkapazität.

Ohne gesicherten Netzzugang ließen sich die ambitionierten Kapazitätspläne kaum realisieren, und genau hier hat IREN mit dem konditionalen Base-Load-Status einen Meilenstein erreicht, der das Vertrauen der Kunden in verlässliche Skalierung stärkt.

Mit dem aktuellen Kurs von 40,70 Euro notiert die Aktie zwar weiterhin rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro aus dem November, hat sich seit dem Jahrestief im September aber um 88 Prozent erholt. Der jüngste Kurssprung zeigt, dass der Markt regulatorische Fortschritte in Texas als unmittelbar bewertungsrelevant einstuft.

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