IREN Aktie: Compass Point senkt Kursziel auf 85 Dollar

Symbolbild, KI-generiert

IREN meldet hohe Abschreibungen und einen Quartalsverlust, während das AI-Cloud-Geschäft wächst und Compass Point das Kursziel reduziert.

Auf einen Blick:
  • Compass Point reduziert Kursziel auf 85 Dollar
  • Quartalsverlust durch hohe Abschreibungen
  • AI-Cloud-Umsatz auf 70,5 Millionen Dollar verdoppelt
  • Aktie 55 Prozent unter Jahreshoch

IREN kommt nach dem schwachen Quartalsbericht nicht zur Ruhe. Compass Point senkte am Freitag das Kursziel für die Aktie von 105 auf 85 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei Buy. Als Begründung nannte das Analysehaus einen vorsichtigeren Zeitplan für den Kapazitätsausbau im Kalenderjahr 2027. Die Aktie notiert aktuell bei 31,19 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 14 Prozent verloren.

Nachwirkungen des Quartalsberichts

Auslöser der Talfahrt war der Geschäftsbericht zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, den IREN am 27. August veröffentlichte. Das Unternehmen wies einen Nettoverlust von 684 Millionen US-Dollar aus, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 95,55 Millionen US-Dollar zu Buche stand.

Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 24,0 Prozent auf 137,2 Millionen US-Dollar. Verantwortlich für den Verlust waren vor allem nicht zahlungswirksame Belastungen: Eine Wertminderung auf stillgelegte Bitcoin-Mining-Hardware in Höhe von 450,4 Millionen US-Dollar sowie eine zusätzliche Abschreibung von 102,1 Millionen US-Dollar auf denselben Bestand.

Für das Gesamtjahr weist IREN dennoch ein Umsatzplus von 41,1 Prozent auf 707,0 Millionen US-Dollar aus, während der Jahresverlust bei 702,6 Millionen US-Dollar liegt – im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 86,9 Millionen US-Dollar verdient. Der Kurs reagierte auf die Bilanz zunächst mit einem Einbruch um 12,53 Prozent an einem einzelnen Handelstag.

AI-Cloud-Geschäft wächst, Skepsis bleibt

Trotz des Verlustausweises verweist das Unternehmen auf Fortschritte im Kerngeschäft der Zukunft: Die Erlöse aus dem AI-Cloud-Segment verdoppelten sich im vierten Quartal auf 70,5 Millionen US-Dollar und machten damit bereits 51,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Das Management rechnet mit einer vertraglich gesicherten Jahresumsatzrate von über 4 Milliarden US-Dollar bis zum 31. Dezember 2026. Die Mining-Sparte soll bis Dezember 2026 vollständig abgewickelt werden, während IREN den Umbau zum reinen KI-Infrastrukturanbieter vorantreibt.

Die Kappung des Kursziels durch Compass Point signalisiert, dass Analysten den ambitionierten Ausbauplan zwar grundsätzlich für tragfähig halten, das Tempo der Umsetzung aber neu bewerten. Andere Häuser äußerten sich zuletzt zurückhaltend optimistisch zum Ergebnisbericht selbst, ohne dass daraus eine aktuelle Kurszielrevision hervorging.

Belastung durch Finanzierungsbedarf

Zusätzlichen Gegenwind lieferte gestern eine Meldung zur Finanzierung des geplanten GPU-Ausbaus, die den Kurs weiter unter Druck setzte. Das Unternehmen hatte zuvor betont, den für das Geschäftsjahr 2027 avisierten Investitionsbedarf von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar ohne nennenswerte Kapitalerhöhungen stemmen zu können.

Erst kürzlich hatte Blue Owl Capital eine Finanzierung über 2,4 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Rechenzentrumsausrüstung bei IREN eingefädelt. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben binnen eines Jahres rund 19 Milliarden US-Dollar an Kapital eingeworben.

Mit einem Kurs von 31,19 Euro liegt die Aktie mittlerweile 55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro, das sie am 3. November erreicht hatte.

Die Diskrepanz zwischen dem massiven bilanziellen Verlust durch Sonderabschreibungen und dem operativen Wachstum im KI-Geschäft bleibt der zentrale Streitpunkt unter Investoren – die Kurszielsenkung von Compass Point deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der Analystenschaft die Wachstumsstory zeitlich strecken will, ohne sie grundsätzlich infrage zu stellen.

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