IREN will seine europäische Expansion mit einem großen KI-Rechenzentrum in Spanien vorantreiben. Das Unternehmen kündigte heute einen Campus mit rund 300 MW Kapazität in Badajoz an. Der Betrieb soll 2028 beginnen. Für Anleger verbindet das Vorhaben eine konkrete Ausbauperspektive mit der Frage, wie IREN seine umfangreichen Investitionspläne finanziert.
Der Standort in der Region Extremadura soll europäische Anforderungen an Datenresidenz und Betrieb bedienen. Damit zielt IREN nicht allein auf zusätzliche Rechenleistung. Das geplante Angebot richtet sich auch an Kunden, die Wert auf die regionale Bereitstellung ihrer KI-Dienste legen.
Baugenehmigung und europäische Führungsstruktur
Bei der NVIDIA GTC Berlin gab IREN heute bekannt, eine Baugenehmigung für den geplanten Campus erhalten und IREN Europe gegründet zu haben. Die Genehmigung ist ein konkreter Entwicklungsschritt. Sie ist allerdings noch nicht mit einer fertiggestellten Anlage oder dem Beginn des Betriebs gleichzusetzen.
Der Campus soll mit NVIDIA DSX kompatibel sein und eine geschlossene Flüssigkeitskühlung nutzen. Vorgesehen sind verwaltete KI-Cloud-Dienste. Diese Ausrichtung verbindet die technische Infrastruktur mit dem Angebot, Anwendungen unter europäischen Datenresidenz- und Betriebsanforderungen bereitzustellen.
Für die europäische Organisation benannte IREN zugleich Führungspersonal. Ángel Corcóstegui wurde zum Vorsitzenden von IREN Europe ernannt. Roberto Purcaro übernimmt die Funktion Executive Director Europe. Damit erhält der regionale Ausbau eine eigene Führungsstruktur.
Den Eintritt in Europa vollzog IREN bereits im Juni 2026 durch die Übernahme der spanischen Nostrum Group mit mehr als 60 Beschäftigten. Das Unternehmen beziffert sein Portfolio netzgebundener Leistung in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik auf mehr als 5 GW.
Diese Portfolioangabe beschreibt nicht die bereits betriebene KI-Rechenleistung. Für das Spanienprojekt bleibt der angekündigte Betriebsstart der entscheidende zeitliche Anker. Die Baugenehmigung konkretisiert den Plan, nimmt dessen Umsetzung aber nicht vorweg.
Ausbau trifft auf Finanzierungsskepsis
Die Ankündigung fällt in eine Phase erhöhter Skepsis gegenüber kapitalintensiven KI-Projekten. Dagens industri stellte heute bei IREN Investitionsverpflichtungen von 13,6 Mrd. US-Dollar einem Kassenbestand von 5,9 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die Zeitung sieht keine unmittelbare Gefahr, weil bereits erhebliche Finanzierung gesichert sei.
Zugleich verweist Dagens industri auf die Bedeutung von Vorauszahlungen und weiterer Finanzierung. Für Anleger stehen deshalb zwei Aspekte nebeneinander: Spanien erweitert die Wachstumsperspektive, während die Finanzierung des gesamten Ausbauprogramms ein zentraler Prüfpunkt bleibt.
Die Aktie legt heute um 4,5% auf 24,75 € zu. Der Kursgewinn ändert jedoch nichts am Projektstatus: IREN hat einen genehmigten Campus angekündigt, dessen Betrieb erst beginnen soll. Entscheidend ist damit nicht allein die geplante Größe, sondern die Umsetzung bis zum vorgesehenen Start.
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