Die milliardenschweren Ausbaupläne von IREN im Bereich der Cloud-Infrastruktur für künstliche Intelligenz stoßen am Kapitalmarkt auf wachsende Zurückhaltung. Im heutigen Handel gibt die Aktie um 0,4 Prozent nach und steht bei 36,55 Euro. Analysten mahnen angesichts steigender Kapitalanforderungen und offener Fragen zur Kundenstruktur zunehmend zur Vorsicht.
Gestern nahm Jones Trading die Bewertung des Unternehmens mit einer neutralen Einstufung („Hold“) auf. Als Begründung führten die Experten polarisierende Faktoren an: Zwar expandiere das Unternehmen schnell, doch mit Microsoft verfüge bislang lediglich ein einziger Kunde über ein Investment-Grade-Rating.
Zusätzliche Bedenken weckt die Eigentümerstruktur. Rund 45 Prozent der Anteile liegen demnach bei privaten Kleinanlegern. Gleichzeitig belasten üppige Zuteilungen von Aktienvergütungen an die Mitgründer die Wahrnehmung, da sie die bestehenden Aktionäre potenziell verwässern.
Risiken im Neocloud-Sektor rücken in den Fokus
Auch bei Rothschild & Co Redburn überwiegt Zurückhaltung. Analyst Alexander Haissl stufte die Aktie am 21. September mit „Hold“ ein. Die Experten argumentierten, dass die Risiken bei der Umsetzung des Geschäftsplans und die künftigen Finanzierungskosten bereits im Kurs eingepreist seien.
Hintergrund dieser vorsichtigen Haltung sind sektorweite Bedenken hinsichtlich der Preisentwicklung für Grafikprozessoren. Zwar gilt IREN laut Rothschild Redburn aus Eigentümerperspektive als weniger direkt an Nvidia gebunden als andere Konkurrenten. Mögliche Verzögerungen bei Bauprojekten und eine schwankende Nachfrage von Mietern könnten die Rentabilität künftiger Kapazitäten dennoch dämpfen.
Hohe Verluste begleiten den Kapazitätsausbau
Das Management setzt ungeachtet dessen auf aggressives Wachstum. Für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr FY26 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 707,0 Millionen US$. Dem stand allerdings ein Nettoverlust von 702,6 Millionen US$ gegenüber. Um die geplante Infrastruktur zu finanzieren, stellte das Management für das Geschäftsjahr FY27 Investitionsausgaben zwischen 25 und 30 Milliarden US$ in Aussicht.
Vor rund zwei Wochen stand noch der Microsoft-Milliardenvertrag für Rechenzentren im Fokus. Parallel dazu treibt IREN die Erschließung neuer Energiekapazitäten voran. An den Finanzmärkten kommt IREN derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 15,30 Milliarden Euro.
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