Nach der Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 zeigt sich die Aktie von IREN wieder im Aufwind. Mit einem Plus von 7,5 % am gestrigen Freitag setzte das Papier zu einer Erholung an, nachdem die ehrgeizigen Investitionspläne des Managements die Anleger zuvor verunsichert hatten.
Zum Handelsende am Freitag notierte der Wert mit 10 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was das wachsende Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens unterstreicht.
Hohe Abschreibungen belasten das Jahresergebnis
Das am 27. August vorgestellte Zahlenwerk für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 verdeutlicht die massiven Umbauprozesse innerhalb des Konzerns. IREN meldete für diesen Zeitraum einen Umsatz von 137,2 Millionen US-Dollar. Dem steht jedoch ein Nettoverlust von 684 Millionen US-Dollar gegenüber. Dieser Fehlbetrag ist primär auf erhebliche, nicht zahlungswirksame Abschreibungen zurückzuführen.
Allein 450,4 Millionen US-Dollar entfielen auf Wertberichtigungen bei der Mining-Hardware. Weitere 102,1 Millionen US-Dollar resultierten aus einer Neubewertung von Hardware, die zum Verkauf steht.
Diese Zahlen spiegeln den harten Übergang von klassischen Krypto-Mining-Aktivitäten hin zu einer Cloud-basierten Infrastruktur wider. Trotz der bilanziellen Belastungen treibt das Unternehmen seine Expansion voran und schloss zuletzt die Übernahmen von Mirantis und Nostrum ab.
Strategischer Fokus auf Cloud-Dienste und Großaufträge
Im Zentrum der künftigen Ertragsentwicklung steht der Ausbau der KI-Cloud-Kapazitäten. Wie IREN am 27. August mitteilte, wurde ein neuer, mehrjähriger Vertrag mit einem führenden Labor für künstliche Intelligenz unterzeichnet.
Das Unternehmen beziffert die bereits vertraglich gesicherten, jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) für die Kapazitäten des Jahres 2026 auf 4 Milliarden US-Dollar. Aktuell beläuft sich dieser Wert auf rund eine Milliarde US-Dollar.
Die Kapazitäten für das kommende Jahr gelten bereits als weitgehend ausverkauft, während für einen erheblichen Teil der Anlagen im Jahr 2027 bereits fortgeschrittene Gespräche geführt werden. In der operativen Umsetzung hat IREN die erste Ausbaustufe „Horizon 1“ vor gut einer Woche erfolgreich an Microsoft übergeben.
Die Auslieferung der weiteren Stufen zwei bis vier wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt. Zudem erreichte das Unternehmen den Status als „NVIDIA Exemplar Cloud“ für das System GB300 NVL72.
Analysten halten an optimistischen Kurszielen fest
Die am Dienstag konkretisierten Investitionspläne für das Geschäftsjahr 2027 sorgten am Markt zunächst für Diskussionsstoff. IREN plant Investitionsausgaben (Capex) in einer Größenordnung von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar.
Diese Summe soll die Bereitstellung für 2026, luftgekühlte Kapazitäten für 2027 sowie erste Arbeiten für Projekte im Jahr 2028 abdecken. Medienberichten zufolge reagierten Teile der Anleger zunächst negativ auf die enorme Kapitalbindung, was kurzzeitig zu Verkäufen führte.
Dennoch bewerten Experten die Aussichten positiv. Die Analysten von Cantor Fitzgerald bekräftigten nach den Quartalszahlen ihre Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 99,00 US-Dollar. Auch Mike Colonnese vom Analysehaus HC Wainwright bestätigte am 28. August seine Kaufempfehlung und sieht ein Kursziel von 90,00 US-Dollar.
Am Donnerstag profitierte der Sektor zudem von einer allgemeinen Rallye bei Rechenzentrum-Betreibern, in deren Zuge IREN ohne neue unternehmenseigene Meldungen um 4 % zulegen konnte. Mit einem Schlusskurs am Freitag von 38,48 € bleibt die Aktie jedoch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch zurück.
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