Die Aktien von IREN Limited setzen ihre Talfahrt am heutigen Montag fort. Das Papier notiert bei 31,22 Euro und verliert damit 4,50 Prozent, nachdem es bereits am Freitag mit 32,69 Euro geschlossen hatte. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt und liegt mittlerweile 54,50 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom 3. November 2025. Das überrascht, denn eigentlich sollten heute positive Impulse aus den USA für Auftrieb sorgen: Nvidia verhandelt Berichten zufolge über eine Finanzierungsgarantie von rund 250 Milliarden Dollar für OpenAIs geplanten Rechenzentrums-Campus im US-Bundesstaat Ohio mit einer Leistung von 10 Gigawatt. Die Nachricht hatte Aktien von sogenannten Neocloud-Anbietern wie CoreWeave und Nebius im vorbörslichen US-Handel zeitweise deutlich anziehen lassen – bei IREN reichte der Effekt aber offenbar nicht aus, um die anhaltende Schwäche der vergangenen Wochen zu kompensieren.
Ein Milliarden-Deal als Fundament
Dabei hatte IREN erst am 20. Juli für Aufsehen gesorgt: An diesem Tag sprang die Aktie um rund 20 Prozent, nachdem das Unternehmen mehrjährige AI-Cloud-Verträge im Volumen von 2,8 Milliarden Dollar mit Microsoft, Nvidia, Perplexity, Figure AI und Together AI bekanntgegeben hatte. Im Zuge dessen hob IREN sein Ziel für den jährlich wiederkehrenden Umsatz aus dem AI-Cloud-Geschäft für 2026 auf über 4 Milliarden Dollar an, wovon nach eigenen Angaben bereits rund 85 Prozent vertraglich abgesichert sind. Das Unternehmen verfügte zu diesem Zeitpunkt über eine Barreserve von etwa 7,6 Milliarden Dollar, und Vorauszahlungen von Kunden decken nach Unternehmensangaben rund 45 Prozent der GPU-Kosten ab.
Der Wandel spiegelt die grundlegende Neuausrichtung des Unternehmens wider, das ursprünglich als Bitcoin-Miner unter dem Namen Iris Energy an die Börse ging. Der Börsengang erfolgte im November 2021 zu 28 Dollar je Aktie und brachte rund 231,5 Millionen Dollar ein. Im November 2024 firmierte das Unternehmen zu IREN Limited um und treibt seither den Umstieg vom reinen Krypto-Mining hin zu einem Anbieter von KI-Rechenkapazitäten voran. Die Zahlen zeigen den Umbruch deutlich: Im dritten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2026, das Ende März schloss, erzielte IREN einen Umsatz von 144,8 Millionen Dollar, davon entfielen 111,2 Millionen Dollar noch auf das Bitcoin-Mining und 33,6 Millionen Dollar bereits auf die AI-Cloud-Sparte. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 247,8 Millionen Dollar, der maßgeblich durch eine Wertminderung von 140,4 Millionen Dollar geprägt war. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2025 hatte IREN mit einem Nettogewinn von 86,9 Millionen Dollar bei 501 Millionen Dollar Umsatz erstmals überhaupt schwarze Zahlen geschrieben.
Kapitalbedarf und Nvidias mögliche Beteiligung
Der Ausbau der KI-Infrastruktur ist kapitalintensiv, und IREN ist damit nicht allein. Der Branchendienst Blocksbridge beziffert die Finanzierungslücke für Miner, die wie IREN in GPU-Rechenzentren expandieren, auf insgesamt 21,1 Milliarden Dollar. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine mögliche Beteiligung von Nvidia an Bedeutung: Der Chiphersteller prüft laut Berichten ein Engagement von bis zu 2,1 Milliarden Dollar bei IREN – vergleichbar mit den bereits bestehenden Beteiligungen an Nebius und CoreWeave. Nvidias Vorstoß bei OpenAI in Ohio zeigt zugleich, wie aggressiv der Konzern derzeit versucht, Nachfrage nach eigenen Chips über Finanzierungszusagen abzusichern – ein Muster, das Kritiker wie der Investor Michael Burry als riskante zirkuläre Finanzierungsstruktur der gesamten Branche bezeichnen.
Für IREN bedeutet das einerseits Rückenwind durch einen potenten Ankerinvestor, andererseits bleibt die Frage offen, wie das Unternehmen sein weiteres Wachstum stemmen will, ohne die Bilanz übermäßig zu belasten. Das nordamerikanische Stromportfolio umfasst bereits mehr als 4,5 Gigawatt, global hat sich IREN Kapazitäten von rund 5 Gigawatt gesichert.
Expansion nach Australien
Parallel treibt IREN auch international neue Projekte voran. In Bundey im australischen Bundesstaat South Australia plant das Unternehmen ein Rechenzentrum mit einer Investitionssumme von 10 Milliarden Dollar und einer Kapazität von 800 Megawatt, das auf bestehende Stromnetzinfrastruktur zurückgreifen soll. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wettstück auf den weiteren Ausbau der KI-Nachfrage: Die jüngste Kursschwäche zeigt, dass trotz milliardenschwerer Verträge und branchenweiter Finanzierungssignale wie der Nvidia-Garantie für OpenAI Zweifel an Kapitalbedarf und Bewertung überwiegen.
IREN Ltd. (ex Iris Energy)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IREN Ltd. (ex Iris Energy)-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten IREN Ltd. (ex Iris Energy)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IREN Ltd. (ex Iris Energy)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IREN Ltd. (ex Iris Energy): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
