IREN Aktie: 30 Millionen Aktien zu 70 Dollar für NVIDIA

IREN wandelt sich vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter. Ein milliardenschwerer NVIDIA-Vertrag und massive Investitionen in Rechenzentren prägen die neue Ausrichtung.

Auf einen Blick:
  • Milliardenvertrag mit NVIDIA unterzeichnet
  • KI-Cloud-Dienste statt Bitcoin-Mining
  • Sweetwater-Standort mit Netz verbunden
  • BlackRock erhöht Aktienposition massiv

IREN ist kein reiner Bitcoin-Miner mehr. Der Markt bewertet gerade einen Umbau, der aus Stromkapazität und Rechenzentren ein KI-Infrastrukturgeschäft formen soll. Der starke Partner heißt NVIDIA. Genau das macht die Aktie interessant, aber auch anfällig für harte Schwankungen.

Am Freitag schloss die Aktie in Euro bei 48,90 Euro, ein Minus von 2,16 Prozent. Über sieben Tage steht trotzdem ein Plus von 7,39 Prozent.

Seit Jahresanfang liegt IREN um 34,08 Prozent vorn. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 126,58 Prozent zeigt, wie aggressiv der Markt diese Geschichte handelt.

NVIDIA-Vertrag liefert den Kern

Der zentrale Baustein ist ein Fünfjahresvertrag über 3,4 Milliarden Dollar mit NVIDIA. IREN liefert dabei keine klassische Hardware. Das Unternehmen stellt gemanagte GPU-Cloud-Dienste bereit und nutzt luftgekühlte Blackwell-Systeme am Standort Childress in Texas.

Für IREN ist das mehr als ein großer Kunde. Der Vertrag verschiebt die Wahrnehmung des Geschäftsmodells. Aus Bitcoin-Mining mit hoher Stromlast soll ein Anbieter für KI-Rechenleistung werden.

Besonders wichtig sind die Investitionsrechte. NVIDIA kann bis zu 30 Millionen Stammaktien zu 70 Dollar je Aktie kaufen. Das mögliche Volumen liegt bei rund 2,1 Milliarden Dollar.

Sweetwater wird zum Belastungstest

Parallel dazu wächst die physische Basis. IREN hat den Standort Sweetwater 1 in Texas mit 1,4 Gigawatt erfolgreich unter Strom gesetzt. Die Hochspannungsstation ist nun mit dem ERCOT-Netz verbunden.

Diese Netzverbindung ist wichtig, weil KI-Rechenzentren nicht nur Chips brauchen. Sie brauchen planbare Energie, Kühlung und schnelle Baufortschritte. Genau hier will IREN seinen Vorteil ausspielen.

Bis Ende 2026 peilt IREN einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar an. Davon sind bereits rund 3,1 Milliarden Dollar durch Verträge gesichert.

Der Ausbau ist damit nicht nur eine Wachstumsstory. Er entscheidet auch darüber, wie schnell IREN die zugesagten Kapazitäten in laufende Erlöse verwandelt.

Für 2027 befinden sich 1.210 Megawatt im Bau. Das gesicherte Stromportfolio umfasst insgesamt 5 Gigawatt.

Große Adressen drehen an den Positionen

Die neue Story zieht Kapital an, aber nicht alle großen Investoren ziehen gleich mit. BlackRock erhöhte die Position um mehr als 600 Prozent und nahm 3,8 Millionen Aktien hinzu. Morgan Stanley reduzierte dagegen sein Engagement.

Auch die Analystenseite bleibt überwiegend positiv. Das mittlere Kursziel liegt bei rund 80 Dollar und spiegelt die Erwartung wider, dass IREN den KI-Umbau in Umsatzwachstum umsetzen kann.

Technisch ist die Aktie nach dem starken Lauf nicht entspannt bewertet. Der Kurs liegt 26,48 Prozent unter dem jüngsten Hoch, aber 31,57 Prozent über der langfristigen Durchschnittslinie. Das passt zum Profil einer Aktie, die stark auf Nachrichten und Ausbaufortschritte reagiert.

Der nächste Prüfstein ist operativ: Sweetwater muss Kapazität liefern, während der NVIDIA-Vertrag vom Signal zur Umsatzbasis werden soll. Gelingt dieser Hochlauf, bekommt die KI-These mehr Substanz. Verzögerungen würden dagegen schnell auf eine Aktie treffen, die bereits viel Zukunft eingepreist hat.

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