IonQ hat nach dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme von SkyWater Technology seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit Erlösen in einer Spanne von 450 bis 460 Millionen US-Dollar. Diese Anpassung resultiert aus der Integration der SkyWater-Beiträge seit dem Stichtag am 31. Juli sowie der Bereinigung interner Umsatzströme zwischen den nun verschmolzenen Einheiten.
Strategische Integration und neue Chip-Generation
Parallel zur finanziellen Neuausrichtung hat IonQ am Dienstag mit der Vorstellung von Superion 256 den Startschuss für seine sechste Generation von Quantencomputern gegeben.
Ein technischer Meilenstein wurde dabei bereits erreicht: Die ersten Chips für die neue Plattform wurden erfolgreich in den Anlagen von SkyWater gefertigt. In einem Prototyp-System konnten zudem bereits die ersten Ionen gefangen werden, was die Funktionalität des grundlegenden Designs bestätigt.
Die neue Systemgeneration ist laut Unternehmensangaben ab sofort für Kunden bestellbar. Mit der Auslieferung der ersten Einheiten wird jedoch erst für das Jahr 2027 gerechnet. CEO Niccolo de Masi betonte in einem Gespräch mit dem Sender CNBC am Mittwoch die strategische Bedeutung der Akquisition für die Skalierung der Hardware-Produktion und die Umsetzung des technologischen Fahrplans.
Fokus auf Quantensicherheit und kommerzielle Reichweite
Neben der Hardware-Entwicklung treibt IonQ die Kommerzialisierung seiner Sicherheitstechnologien voran. Das Unternehmen gab am Dienstag eine Vereinbarung mit Congruity360 über ein Volumen von 8,18 Millionen US-Dollar bekannt. Ziel der Partnerschaft ist es, die Datenmanagement-Plattform des Partners durch ein quantensicheres Netzwerk zu verstärken.
Zum Einsatz kommen dabei spezielle Appliances für Post-Quantum-Kryptografie (PQC) und Quantenschlüsselverteilung (QKD). In Medienberichten wird dieser Kontrakt als eines der bisher größten kommerziellen Abkommen für Quantensicherheit in den Vereinigten Staaten eingestuft.
Zusätzlich veröffentlichte IonQ am Dienstag ein wissenschaftliches Papier zur Effizienz von Quantencomputern bei kryptografischen Aufgaben. Die Berechnungen zeigen auf, dass ein System mit 20.000 physischen Qubits in der Lage wäre, den Verschlüsselungsstandard secp256k1 unter Anwendung des Shor-Algorithmus in weniger als 26 Tagen zu knacken. Diese Analyse dient als Referenzwert für die künftige Leistungsfähigkeit fehlertoleranter Systeme.
Analystenbewertungen und aktuelle Kursentwicklung
Die Analysten reagierten am Mittwoch mit unterschiedlichen Kurszielen auf die neuen Geschäftsdaten. Während die Experten von Rosenblatt Securities ihre Kaufempfehlung mit einem Zielwert von 100 US-Dollar bekräftigten, zeigte sich Mizuho etwas vorsichtiger.
Das Haus behielt zwar die Einstufung „Outperform“ bei, senkte jedoch das Kursziel von 61 auf 52 US-Dollar. Weitere Analysen von Cantor Fitzgerald und StoneX stützten das positive Gesamtbild mit Zielmarken zwischen 60 und 70 US-Dollar.
An der Börse konnte die Aktie zuletzt leicht zulegen und schloss am Freitag bei 31,88 Euro, was einem Tagesplus von 0,5 % entspricht. Trotz der jüngsten technologischen Fortschritte notiert der Wert weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Jahreshoch.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das im Oktober vergangenen Jahres bei 73,10 Euro markiert wurde, beträgt derzeit 56 %. Die Marktkapitalisierung von IonQ beläuft sich aktuell auf rund 13,31 Milliarden Euro.
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