Deutliche Anhebung der Jahresziele
IonQ hat am heutigen Dienstag die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 signifikant nach oben korrigiert. Das Unternehmen erwartet nun Erlöse von bis zu 460 Millionen US-Dollar. Zuvor stellten die Verantwortlichen für diesen Zeitraum noch deutlich geringere Erlöse in Aussicht. Die Anleger reagierten prompt auf diese Nachricht: Die Aktie legte im heutigen Handelsverlauf um 8,1 Prozent zu.
Hintergrund für die optimistischere Einschätzung ist der Abschluss der Übernahme von SkyWater Technology für 1,8 Milliarden US-Dollar Ende Juli. Laut IonQ-CEO Niccolo de Masi reflektiert die neue Prognose sowohl die Marktdynamik als auch die durch den Zukauf gewonnenen Fertigungskapazitäten im kommerziellen Maßstab. Mit einem aktuellen Kurs von 37,63 Euro notiert das Papier nun rund 6,3 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage.
Technischer Fortschritt und skalierbare Fertigung
Parallel zur Prognoseanhebung veröffentlichte das Unternehmen heute neue technische Details zu seiner langfristigen Roadmap. Ein publizierter Entwurf beschreibt die Architektur eines fehlertoleranten Quantencomputers, der über 20.000 physische Qubits verfügt. Ein solches System wäre nach Berechnungen von IonQ in der Lage, gängige Verschlüsselungsverfahren wie den bei Bitcoin genutzten 256-Bit-Standard in etwa 26 Tagen zu knacken. Die Hardware-Umsetzung für diese Technologie ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Im Rahmen eines gemeinsamen Webcasts zum Investor Day erläuterten Niccolo de Masi und SkyWater-CEO Thomas Sonderman heute die Synergien der Fusion. Ein zentraler Punkt ist die Beschleunigung der Produktionszyklen.
Bei der im August vorgestellten sechsten Generation der Recheneinheiten, dem IonQ Superion 256, konnte die Zeitspanne vom Entwurf bis zur Fertigung bereits von neun auf zwei Monate reduziert werden. Gleichzeitig stieg der Ausstoß an Wafern innerhalb von sechs Monaten um das Zwölffache.
Strategische Expansion und operative Entwicklung
Die heutigen Neuigkeiten folgen auf ein bereits wachstumsstarkes zweites Quartal. In diesem Zeitraum kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 287 Prozent auf gut 80 Millionen US-Dollar. Dabei betrug das organische Wachstum ohne Akquisitionseffekte mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Der operative Verlust fiel zudem geringer aus, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.
Zusätzlich baut IonQ sein Netzwerk an Kooperationen stetig aus. Erst am Dienstag vergangener Woche demonstrierte das Unternehmen gemeinsam mit QC Ware einen hybriden Workflow für die Quantenchemie unter Nutzung der Plattformen Promethium und IonQ Forte.
Bei der Modellierung aktiver Zentren von Enzymen erreichte das System eine Genauigkeit von 4 Prozent und übertraf damit die Schwelle für chemische Präzision. Ergänzend dazu sicherte sich IonQ durch ein Abkommen mit CMC Microsystems den Zugang zum kanadischen Markt, um seine Systeme in die dortige Forschungslandschaft zu integrieren.
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