Der Quantencomputer-Spezialist IonQ hat seine finanziellen Ziele für das laufende Geschäftsjahr signifikant nach oben korrigiert. Nach der Integration von SkyWater Technology erwartet das Unternehmen deutlich höhere Erlöse als bislang angenommen. Parallel dazu beginnt die Vermarktung der sechsten Generation seiner Quantensysteme, was die industrielle Skalierbarkeit der Technologie unterstreichen soll.
Integration von SkyWater treibt das Wachstum
IonQ hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben und rechnet nun mit Erlösen in einer Spanne von 450 bis 460 Millionen US-Dollar. Zuvor lag der geschätzte Mittelwert für den Jahresumsatz bei 285 Millionen US-Dollar. Dieser massive Anstieg ist primär auf die Beiträge von SkyWater Technology zurückzuführen, deren Ergebnisse seit dem 31. Juli 2026 in die Bilanz des Unternehmens einfließen.
Die operativen Weichenstellungen für diese Expansion wurden bereits im Vorfeld gefestigt. Vor rund zwei Wochen berief das Unternehmen Dr. Eric Ball und Timothy Baxter in das Board of Directors. Baxter, der früher unter anderem als Chairman bei SkyWater Technology tätig war, bringt Expertise in der Halbleiterfertigung ein, die für die aktuelle Skalierungsphase von zentraler Bedeutung ist.
Technologische Meilensteine und Sicherheitslösungen
Flankierend zu den Finanzzahlen hat IonQ am Dienstag die neue Plattform Superion 256 vorgestellt. Die ersten Chips für dieses System wurden bereits bei SkyWater gefertigt, was den Übergang zu einer beschleunigten industriellen Produktion markiert.
Während in einem Prototyp bereits erste Ionen erfolgreich kontrolliert werden konnten, nimmt das Unternehmen ab sofort Bestellungen entgegen. Die Auslieferung an Kunden soll im Jahr 2027 erfolgen, wobei laut Unternehmensangaben bereits im ersten Quartal 2026 ein System vorab verkauft wurde.
Technisch setzt IonQ auf einen Wechsel von laserbasierten zu halbleiterbasierten Steuerungen. Das Ziel ist eine Senkung der Kosten pro Qubit um das mehr als 300-Fache.
Dass die Technologie auch im Bereich der Cybersicherheit an Relevanz gewinnt, zeigt ein am Dienstag geschlossener Vertrag über 8,18 Millionen US-Dollar mit Congruity360. Dabei sollen quantensichere Netzwerke zum Schutz sensibler Unternehmensdaten in den USA aufgebaut werden.
Eine aktuelle Studie des Unternehmens belegt zudem, dass ein System mit 20.000 physischen Qubits komplexe kryptografische Probleme in etwa 25,7 Tagen lösen könnte.
Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen
Die jüngsten Entwicklungen und die im Rahmen eines Investorentags präsentierte Strategie stießen bei Analysten auf reges Interesse. Die Experten von Jefferies hoben am Dienstag ihr Kursziel von 75 auf 80 US-Dollar an und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie verwiesen dabei auf die positiven Impulse des zweiten Investorentags des Unternehmens.
Am Mittwoch äußerte sich Vijay Rakesh von Mizuho Securities etwas zurückhaltender, blieb aber ebenfalls bei einer Einstufung auf „Buy“. Er reduzierte das Kursziel von 61 auf 52 US-Dollar. Mizuho blickt dennoch optimistisch auf die kommenden Jahre und prognostiziert für 2027 einen Umsatz von 780 Millionen US-Dollar, der im Jahr 2028 auf bis zu 1,17 Milliarden US-Dollar steigen könnte.
An der Börse zeigt sich das Papier heute vorbörslich mit einem Stand von 32,19 Euro stabil. Trotz der jüngsten Ankündigungen verzeichnet der Wert auf Sicht von sieben Tagen ein Minus von 5,4 Prozent. Die Aktie notiert damit aktuell rund 56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
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