IonQ gewann gestern im Umfeld einer Erholung der Quantencomputing-Aktien 8,7%. Der Sektor erholte sich nach einem durch Verwässerungssorgen ausgelösten Ausverkauf. Für eine grundsätzliche Neubewertung liefert der Kursanstieg allerdings kein eindeutiges Signal: Zeitgleich senkten zwei Analystenhäuser ihre Kursziele, während IonQ Fortschritte bei Forschung und Entwicklung meldete.
Erholung trifft auf niedrigere Erwartungen
Die Gegenbewegung erfasste Medienberichten zufolge mehrere Quantencomputing-Aktien. Der breitere Quanten-ETF lag dagegen im Minus. Damit verlief die Erholung innerhalb des Sektors uneinheitlich. Der Anstieg von IonQ lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres als Ausdruck einer insgesamt verbesserten Branchenbewertung lesen.
Morgan Stanley senkte gestern das Kursziel für IonQ von 49 $ auf 43 $. Joseph Moore behielt die neutrale Einstufung „Equalweight“ bei. Als bevorzugten Wert im Quantencomputing-Bereich nannte das Haus Quantinuum.
Das ist für Anleger eine wichtige Einschränkung der Kurserholung. Die Aktie legte zu, obwohl sich die Bewertungsperspektive aus Sicht des Analysehauses verschlechterte. Eine Gegenbewegung nach einem Ausverkauf und vorsichtigere Analystenerwartungen können somit gleichzeitig bestehen.
Auch Rosenblatt reduzierte gestern das Kursziel deutlich: John McPeake setzte es von 100 $ auf 70 $ herab. Seine Kaufempfehlung behielt er bei.
Die beiden Häuser unterscheiden sich damit weiterhin in ihrer Empfehlung. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Richtung der Zielanpassung. Der gestrige Kursgewinn steht also nicht für einen gleichzeitigen Aufwärtstrend bei den Analystenzielen.
Forschungsfortschritte als Gegengewicht
Auf der operativen Seite kann IonQ Fortschritte vorweisen. Das gestern gemeinsam mit der University of Cambridge eröffnete Forschungszentrum soll einen Superion-Quantencomputer sowie ein Quantennetzwerk erhalten. Die Universität teilte mit, dass neun Forschungsprojekte zum Auftakt finanziert wurden. Die geplante Installation ist dabei vom bereits eröffneten Zentrum zu unterscheiden.
Für die technische Entwicklung meldete IonQ am 9. Oktober eine Demonstration einer photonischen Verbindung mit Quantenspeicher. Nach Unternehmensangaben wurden mehr als 1.000 Verschränkungsverbindungen pro Sekunde zwischen einem Ionenfallen-Qubit und einem Festkörperspeicher erreicht.
Finanzierungsvorbehalte bleiben entscheidend
Hinzu kommt das am 7. Oktober gemeldete Vorrücken in die abschließende Stufe C der Quantum Benchmarking Initiative von DARPA. Die dazu unterzeichnete Vereinbarung besitzt laut IonQ einen potenziellen Wert von bis zu 300 Millionen $.
Dieser Betrag ist keine vollständig gesicherte Finanzierung. Mittel über die anfängliche Verpflichtung hinaus hängen von künftigen Haushaltsbewilligungen und Finanzierungsentscheidungen der DARPA ab. Für Anleger liegt darin die zentrale Abwägung: Forschungsfortschritte stützen die Entwicklungsperspektive, ersetzen aber weder verbindliche Mittelzusagen noch eine Bewertung der Verwässerungsrisiken.
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