IonQ Aktie: KI-Methode beschleunigt Schaltkreis-Design um 23-fach

Symbolbild, KI-generiert

IonQ verkürzt die Schaltungsfindung auf 28 Sekunden und beschleunigt Industrie-Simulationen um bis zu 14,6 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Generatives Modell verkürzt Schaltungsfindung deutlich
  • Antwortqualität bei größeren Teilproblemen verdoppelt
  • Industrie-Simulationen bis zu 14,6 Prozent schneller
  • IonQ-Aktie steigt heute um 9,6 Prozent

Das Quantencomputing-Unternehmen IonQ hat heute technologische Durchbrüche verkündet, die die Effizienz von Berechnungen sowohl in der Forschung als auch in der industriellen Anwendung deutlich steigern könnten.

In Zusammenarbeit mit NVIDIA, dem Oak Ridge National Laboratory (ORNL) und der University of Tennessee präsentierte das Unternehmen eine Methode, die generative KI nutzt, um komplexe Quantenschaltkreise automatisiert zu entwerfen. Damit gelingt es, einen der bisher größten Flaschenhälse bei der Programmierung von Quantencomputern zu umgehen.

Generative KI ersetzt langwierige Testverfahren

Die neue Methode, die unter der Bezeichnung „DQAOA-GPT“ vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die manuelle Abstimmung von Parametern in Quantenoptimierungsschaltkreisen zu ersetzen. Bisherige Verfahren litten unter massiv steigenden Rechenzeiten, sobald die Problemstellungen komplexer wurden.

In einem Benchmark mit 100 Entscheidungsvariablen zeigte sich die Überlegenheit des neuen Ansatzes: Während herkömmliche Methoden bei wachsender Qubit-Zahl mehr als 11 Minuten für die Schaltungsfindung benötigten, konnte das generative Modell diese Zeit auf konstant rund 28 Sekunden drücken.

Zusätzlich zur Zeitersparnis berichten die beteiligten Forscher von einer verdoppelten Antwortqualität bei größeren Teilproblemen. Diese Fortschritte wurden im Rahmen der laufenden IEEE Quantum Week in Toronto mit einem Best Paper Award gewürdigt. Die Simulationen für dieses Projekt wurden auf NVIDIA-Hardware und der Defiant2-Infrastruktur des ORNL durchgeführt.

Industrielle Anwendungen im Fokus

Parallel zur KI-Forschung demonstrierte IonQ gemeinsam mit dem Softwareunternehmen Synopsys erhebliche Beschleunigungen im Bereich des computergestützten Ingenieurwesens (CAE).

Durch einen spezialisierten Quantenalgorithmus konnten Industrie-Simulationen in der weit verbreiteten Software Ansys LS-DYNA um bis zu 14,6 % beschleunigt werden. Die Tests umfassten komplexe Modelle wie Fahrzeugkomponenten, Triebwerke und Strömungsräder mit bis zu 35 Millionen Datenpunkten.

Für Anwender in der Industrie bedeutet dies eine spürbare Effizienzsteigerung: Eine Simulation, die bisher sieben Tage in Anspruch nahm, könnte durch die Integration der Quantentechnologie rund einen Tag früher abgeschlossen werden. Diese Ergebnisse wurden auf der Quanten-Hardware „IonQ Forte“ validiert, die über 36 Qubits verfügt.

Analysten sehen massives Wachstumspotenzial

An der Börse sorgten die Nachrichten für eine positive Stimmung. Die Aktie legte heute um 9,6 % zu und notiert bei 35,21 €. Trotz der jüngsten Erholung weist das Papier mit einem Abstand von 52 % zum 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober des vergangenen Jahres noch immer einen deutlichen Rückstand auf.

Analysten zeigen sich jedoch optimistisch für die kommenden Jahre. Die Experten von Mizuho bestätigten vor acht Tagen ihre Kaufempfehlung, senkten jedoch das Kursziel von 61 auf 52 US-Dollar.

Medienberichten zufolge rechnen Marktbeobachter bis zum Jahr 2029 mit einem Umsatzanstieg auf über 700 Millionen US-Dollar, was einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 55 % entsprechen würde. Dennoch bleibt das Investment mit Risiken verbunden.

Dazu zählen der weiterhin hohe Cash-Verbrauch sowie die Herausforderungen bei der technischen Skalierung auf künftige Systeme wie den geplanten Superion-256. IonQ konnte zuletzt im zweiten Quartal die Erwartungen beim Ergebnis je Aktie übertreffen, verbuchte jedoch aufgrund hoher Investitionen weiterhin einen Nettoverlust.

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