Die Aktie verliert in nur sieben Tagen fast 19 Prozent an Wert. Parallel dazu baut der Quantencomputer-Spezialist massiv aus. IonQ eröffnet ein neues Forschungszentrum in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Das Management investiert kräftig in die eigene Infrastruktur. Die Technologie soll schneller die Marktreife erreichen.
Fokus auf Massenproduktion
Die Anlage in Boulder dient der Entwicklung von Ionenfallen-Quantensystemen. Dort testet das Unternehmen Halbleiterchips und optimiert das Design. Noch in diesem Jahr installiert IonQ den ersten Quantencomputer vor Ort. Der Ansatz unterscheidet sich vom Wettbewerb. Statt auf Laser setzt IonQ auf Elektronik. Das Ziel: Fehlertolerante Systeme sollen sich künftig wie klassische Halbleiter in Masse fertigen lassen. Laut CEO Niccolo de Masi profitieren davon bald Branchen wie Pharma und Fertigung.
Kontrolle über die Lieferkette
Der Neubau passt zur aktuellen Strategie. Bereits im Januar kündigte IonQ die Übernahme von SkyWater an. Damit sichert sich der Konzern die direkte Kontrolle über seine Hardware-Lieferkette. Das Management formt einen vertikal integrierten Anbieter. Dieser Schritt soll die Anzahl der Qubits auf der Roadmap deutlich erhöhen. Kunden greifen über Plattformen wie Microsoft Azure oder AWS auf die Rechner zu.
Volle Auftragsbücher, nervöser Markt
Operativ liefert das Unternehmen starke Signale. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen im ersten Quartal auf 470 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem massiven Plus zum Vorjahr. Trotz dieser planbaren Einnahmen reagieren Investoren nervös. Aktuell notiert das Papier bei 47,78 Euro. Allein heute gab der Kurs um knapp drei Prozent nach.
Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie dennoch ein Plus von knapp 20 Prozent. Der Sektor bleibt allerdings hochspekulativ. Das zeigt auch die enorme Volatilität von fast 110 Prozent. Die geplante Installation des ersten Rechners in Boulder liefert den nächsten konkreten Meilenstein. Dann muss die Hardware beweisen, ob die Skalierung in der Praxis funktioniert.
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