IonQ liefert im ersten Quartal extreme Zahlen. Der Umsatz des Quantencomputer-Spezialisten schießt in die Höhe. Parallel dazu türmen sich die operativen Verluste. Das junge Unternehmen verbrennt enorme Summen, verfügt aber über ein massives Finanzpolster. Ein riskantes Spiel für Investoren.
Umsatzsprung und rote Zahlen
Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um gewaltige 755 Prozent. IonQ verbuchte im Auftaktquartal einen Umsatz von 64,67 Millionen US-Dollar. Die vertraglich gesicherten, aber noch nicht abgerechneten Aufträge kletterten auf 470 Millionen US-Dollar.
Daraufhin hob das Management die Jahresprognose leicht an. Den Einnahmen stehen gewaltige Kosten gegenüber. Allein im ersten Quartal belief sich der bereinigte operative Verlust auf 96,8 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Fehlbetrag von bis zu 330 Millionen US-Dollar.
Fortschritte bei der Technologie
Technologisch macht IonQ messbare Fortschritte. Der Verkauf des ersten 256-Qubit-Systems markiert einen wichtigen Schritt in Richtung kommerzieller Quantencomputer. Der Konzern baut parallel dazu seine Sicherheitstechnik aus. Das neue System Clavis XG Multiplex soll Quantensicherheit in großen Netzwerken garantieren.
Regierungsaufträge untermauern diese Entwicklung. IonQ sicherte sich Plätze in wichtigen Programmen, darunter das HARQ-Projekt der US-Forschungsbehörde DARPA. Für die kostspielige Forschung hat das Unternehmen ausreichend Kapital. Die Barreserven und kurzfristigen Anlagen lagen Ende März bei rund 3,1 Milliarden US-Dollar.
Extreme Bewertung
Die Börse bewertet diese Zukunftsvision teuer. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt für die nächsten zwölf Monate bei einem Faktor von 59. Der Branchendurchschnitt liegt bei lediglich 4,45. Die Fallhöhe ist extrem hoch.
Die Aktie spiegelt diese enormen Risiken wider. Aktuell notieren die Papiere bei 45,10 Euro. Das entspricht einem Rückgang von knapp 27 Prozent innerhalb eines Monats. Vom Allzeithoch bei 71,00 Euro aus dem vergangenen Oktober ist der Kurs weit entfernt.
Die annualisierte Schwankungsbreite der Papiere liegt bei rasanten 86 Prozent. IonQ muss nun das angepeilte Jahresziel von bis zu 270 Millionen US-Dollar Umsatz voll ausschöpfen. Einzig dieses Wachstum kann den operativen Jahresverlust langfristig rechtfertigen.
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