Ein Analyst spricht Ionos den Technologie-Aufschlag ab. Die Erstbewertung des Bankhauses Metzler mit „Sell“ schickte die Aktie am Mittwoch an das Ende des MDax.
Kursrutsch unter wichtige Marken
Gegen Mittag verlor das Papier 5,4 Prozent auf 31,62 Euro. Damit kostete es so wenig wie seit Anfang August nicht mehr. Am frühen Morgen hatte das Minus zunächst nur gut zwei Prozent betragen, im Tagesverlauf weitete es sich deutlich aus.
Das charttechnische Bild hat sich damit eingetrübt. Die Aktie fiel zuletzt unter die 21-Tage-Linie, nun auch unter die 50-Tage-Linie. Als nächste Haltemarke gilt die 100-Tage-Linie knapp unter 31 Euro. Dort verläuft zudem der im März gestartete Erholungstrend.
Webhoster statt High-Tech
Metzler setzt das Kursziel auf 28,50 Euro. Analyst Veysel Taze argumentiert, das Management wolle die Anlagestory zwar in Richtung Cloud und Künstliche Intelligenz lenken. Ionos bleibe aber in erster Linie ein traditioneller Webhoster. Ein Bewertungsaufschlag wie bei der High-Tech-Spitze sei daher nicht gerechtfertigt.
Kurzfristig erkennt Taze durchaus Schwung. Die beschleunigte Wachstumsdynamik könnte helfen, die mittelfristigen Umsatz- und Margenziele bereits 2027 zu erreichen. Allerdings verschleiere diese Dynamik technologische Schwachpunkte, die dem Umbau zu einem wachstumsstärkeren Cloud-Geschäftsmodell im Weg stehen dürften.
Seine Prognose fällt entsprechend nüchtern aus: Das Wachstum erreicht 2027 den Höhepunkt und schwächt sich bis 2030 auf sechs Prozent ab. Als Begründung verweist er auf die Kundenstruktur. Viele Kunden sind Einzelunternehmer und kleine Firmen, die abseits des Webhostings kaum weitere Angebote brauchen.
Mutterkonzern folgt mit Abstrichen
Die Aktien der Muttergesellschaft United Internet gaben gegen Mittag 1,5 Prozent nach. Beim Schwesterunternehmen 1&1 lag das Minus bei 0,4 Prozent.
Metzler liegt mit dem Ziel am unteren Rand des Analystenspektrums. Die Kursziele anderer Häuser reichen von 30 bis 42 Euro, im Schnitt der jüngsten Einschätzungen bei 37 Euro. Die Marke von 28,50 Euro liegt damit unter allen bisherigen Schätzungen und rund zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs.
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