Mehr Umsatz, mehr Kunden, angehobene Prognose – und trotzdem ein Kursrutsch von mehr als sechs Prozent. Bei Ionos zeigt sich am Donnerstag ein Muster, das Anleger kennen und trotzdem nicht mögen: Die Konzernzahlen übertreffen die Erwartungen an der Umsatzseite, verfehlen sie aber beim Gewinn. Das reicht offenbar, um die Aktie auf rund 30 Euro zu drücken.
Umsatz über Konsens, Ebitda darunter
Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz um knapp sieben Prozent auf rund 701 Millionen Euro, währungsbereinigt sogar um 8,2 Prozent. Damit übertraf Ionos die Analystenschätzungen um rund zwei Prozent. Die Kundenzahl wuchs um etwa 280.000 auf 6,91 Millionen – schneller als im Vorjahreszeitraum.
Beim bereinigten Ebitda sieht das Bild anders aus. Es stieg zwar um 3,5 Prozent auf 245 Millionen Euro, blieb damit aber hinter den Markterwartungen zurück. Die operative Marge sank von 36,1 auf 35,0 Prozent – Ionos begründet das mit höheren Marketingausgaben. Unter dem Strich fiel der Aktionärsgewinn um sieben Prozent auf 107,8 Millionen Euro.
Für den Kurs war das offenbar der entscheidende Punkt. Die Aktie rutschte unter die 21-Tage-Linie, die 50-Tage-Linie als Indikator für den mittelfristigen Trend rückt damit in Reichweite. Auch die Mutter United Internet und die Schwester 1&1 gaben zeitweise nach, wobei sich 1&1 im Tagesverlauf noch ins Plus drehte.
Höheres Umsatzziel, unverändertes Ebitda
Für das laufende Jahr rechnet das Management um Firmenchef Achim Weiß nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von rund acht Prozent – zuvor waren es sieben Prozent. Das bereinigte Ebitda-Ziel bleibt bei 530 Millionen Euro, bei einer Marge von 37 bis 38 Prozent.
Die Reaktion der Anleger macht deutlich, worauf der Markt bei Ionos derzeit besonders genau schaut: nicht auf Wachstumstempo, sondern auf die Fähigkeit, dieses Wachstum auch profitabel umzusetzen. Seit Jahresbeginn steht die Aktie trotz des Rücksetzers noch mit fast zwölf Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht bleibt allerdings ein Verlust von einem Viertel.
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