Ein Vermögensverwalter, vier Übernahmesituationen, ein Nachmittag: Invesco hat innerhalb kurzer Zeit gleich vier Pflichtmeldungen nach dem britischen Takeover Code veröffentlicht — und die Richtung der Positionen könnte unterschiedlicher kaum sein. Während der Fondsriese bei einem Titel aufstockt, zieht er sich bei zwei anderen zurück.
Aufstockung bei Tate & Lyle, Rückzug bei Rotork und easyJet
Bei Tate & Lyle kaufte Invesco am 21. Juli 2026 rund 47.500 Aktien zu je 5,60 britischen Pfund hinzu. Die Beteiligung an dem Zuckerhersteller liegt damit bei 1,70 Prozent der stimmberechtigten Anteile.
Bei Rotork zeigt sich das gegenteilige Bild: Ein kleiner Verkauf von 922 Aktien zu 4,85 Pfund drückt die Position leicht, bleibt aber mit 1,45 Prozent oberhalb der Meldeschwelle. Deutlicher fällt der Abbau bei easyJet aus — dort verkaufte Invesco knapp 248.000 Aktien zu 6,63 Pfund. Die verbleibende Beteiligung an der Fluggesellschaft liegt trotz des Verkaufs noch bei 2,15 Prozent.
Prologis und die Segro-Verbindung
Die vierte Meldung fällt aus dem Muster: Sie betrifft Prologis, den US-amerikanischen Logistikimmobilien-Konzern — und wurde explizit im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot für die britische Segro Plc eingereicht. Invesco kaufte mehrere Tranchen Prologis-Aktien zu Kursen zwischen rund 147 und 150 US-Dollar, insgesamt rund 300.000 Stück, bei gleichzeitig geringen Verkäufen. Die Gesamtposition an Prologis liegt nun bei 1,12 Prozent.
Diese Verknüpfung deutet darauf hin, dass Invesco als Anteilseigner beider Seiten einer möglichen Transaktion zwischen Prologis und Segro auftritt — ein Umstand, der bei Übernahmesituationen mit überlappenden Investorenbasen nicht ungewöhnlich ist, aber die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf mögliche nächste Schritte bei Segro lenken dürfte.
Alle vier Offenlegungen sind reguläre Meldungen nach Rule 8.3 des britischen Takeover Codes und damit Teil der laufenden Transparenzpflichten bei Positionen ab einem Prozent der stimmberechtigten Aktien. Ein klares Gesamtbild zur Anlagestrategie liefern sie nicht — wohl aber einen Einblick, wie aktiv Invesco derzeit über mehrere britische und US-amerikanische Übernahmeziele hinweg positioniert ist.
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