Bessere Gewinne, mehr Umsatz, mehr Operationen mit den eigenen Robotersystemen — und trotzdem ein Kursrutsch von fast zehn Prozent im nachbörslichen Handel. Bei Intuitive Surgical zeigt sich gerade, wie unversöhnlich der Markt mit Details in der Guidance umgehen kann, selbst wenn die aktuellen Zahlen glänzen.
Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich
Der Hersteller der da-Vinci-Operationsroboter meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 2,89 Milliarden Dollar — ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,44 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte noch deutlicher: Das Nettoergebnis stieg auf 818,1 Millionen Dollar beziehungsweise 2,29 Dollar je Aktie, nach 658,4 Millionen Dollar respektive 1,81 Dollar im Vorjahresquartal. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn bei einer Milliarde Dollar oder 2,80 Dollar je Aktie.
Operativ lief es ebenfalls rund. Das Betriebsergebnis sprang auf 971,9 Millionen Dollar von zuvor 743,4 Millionen Dollar. Weltweit wuchsen die Eingriffe mit da-Vinci- und Ion-Systemen zusammen um rund 16 Prozent, wobei die Ion-Prozeduren mit 36 Prozent Wachstum besonders auffielen. Das Unternehmen platzierte im Quartal 468 neue da-Vinci-Systeme, davon 246 der neuesten Generation da Vinci 5 — deutlich mehr als die 395 Systeme im Vorjahresquartal. Die installierte Basis wuchs auf 11.710 da-Vinci- und 1.096 Ion-Systeme. Parallel dazu kaufte das Unternehmen im Quartal eigene Aktien im Wert von 380 Millionen Dollar zurück.
Ausblick dämpft die Euphorie
Trotz dieser Bilanz reagierte der Kurs nach Veröffentlichung der Zahlen mit einem deutlichen Rückgang. Im regulären Handel war die Aktie noch um 3,43 Prozent auf 402,33 Dollar gestiegen — offenbar in Erwartung starker Ergebnisse. Nach Bekanntgabe der Zahlen und des Ausblicks fiel sie im nachbörslichen Handel um 9,92 Prozent auf 362,40 Dollar.
Ein möglicher Auslöser: Der Ausblick für das Prozedurwachstum bei da Vinci liegt für das Gesamtjahr 2026 bei 13,5 bis 15,5 Prozent, wobei das Management selbst von einem Wert nahe der Mitte dieser Spanne ausgeht. Hinzu kommt die Prognose für die bereinigte Bruttomarge von 68,0 bis 69,0 Prozent, in der ein geschätzter Zolleffekt von etwa einem Prozent des Umsatzes bereits eingepreist ist. Für Anleger, die nach den starken historischen Wachstumsraten des Unternehmens noch mehr erwartet hatten, könnte gerade diese vorsichtige Tonlage der Wendepunkt gewesen sein.
Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob der nachbörsliche Abschlag Bestand hat oder ob sich der Kurs im regulären Handel wieder an die soliden Geschäftszahlen annähert.
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