Ein Kursziel von 575 US-Dollar signalisiert deutlichen Optimismus für den Pionier der roboterassistierten Chirurgie. Analyst Kendall Au von RBC Capital bekräftigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung für die Aktie von Intuitive Surgical. Der Experte traut dem Medizintechnikkonzern damit eine spürbare Erholung von den jüngsten Kursrückgängen zu.
Auch im breiteren Marktkonsens bleibt die Stimmung positiv. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 489,95 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von gut 22 Prozent entspricht. Wenige Tage zuvor, am 21. September, hatte bereits die Bank of America Securities ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 470 US-Dollar bestätigt.
Solide Wachstumsbasis im Kerngeschäft
Die Zuversicht stützt sich vor allem auf die operative Dynamik bei den Behandlungszahlen. Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 steigerte Intuitive Surgical den Umsatz auf 2,89 Milliarden US-Dollar, nach 2,44 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn legte parallel dazu auf 818,1 Millionen US-Dollar zu, verglichen mit 658,4 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor.
Das Geschäftsmodell basiert auf einer stetig wachsenden Zahl von Einsätzen in Kliniken weltweit. Rund 86 Prozent der Gesamterlöse gelten inzwischen als wiederkehrend, da jede Operation Instrumente und Zubehör erfordert.
Mitte des Jahres 2026 umfasste die installierte Basis rund 11.710 da-Vinci-Systeme, was einem Zuwachs von zwölf Prozent innerhalb eines Jahres entsprach. Zugleich kletterte die weltweite Zahl der Eingriffe um 14 Prozent. Auf ein reges Kundeninteresse trifft zudem das neue System da Vinci 5, das eine um elf Prozent höhere Auslastung verzeichnete als das Vorgängermodell.
Wettbewerbsdruck und institutionelle Umschichtungen
Gleichzeitig formiert sich im Markt für robotergestützte Operationssäle neue Konkurrenz. Mit dem Hugo-System von Medtronic sowie der Ottava-Plattform von Johnson & Johnson erhielten zuletzt zwei konkurrierende Systeme die Zulassung für den US-Markt. Beobachter sehen in diesen Vorstößen einen Faktor, der künftige Platzierungen neuer da-Vinci-Geräte und die Preisgestaltung belasten könnte.
Große Investoren reagierten zuletzt vorsichtig auf das veränderte Umfeld. Zum Ende des zweiten Quartals hielten 100 Hedgefonds die Papiere im Gesamtwert von rund 8 Milliarden US-Dollar, nach 103 Fonds im Vorquartal. Eine Dividende schüttet das Unternehmen nicht aus.
An der Börse hinterließ das verlangsamte Sentiment deutliche Spuren. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 29 Prozent und beendete den Handel am Freitag bei 348,05 Euro. Damit notiert das Papier 9,2 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für Anleger bleibt entscheidend, ob das da-Vinci-5-System den technologischen Vorsprung gegen die neuen Konkurrenten dauerhaft absichern kann.
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