Am vergangenen Mittwoch hat die US-Investmentbank Oppenheimer die Bewertung für Intuitive Surgical deutlich angehoben. Die Analysten stuften den Spezialisten für robotergestützte Chirurgie von „Perform“ auf „Outperform“ hoch und riefen ein Kursziel von 500 US-Dollar aus.
Als wesentlichen Treiber für diese optimistische Einschätzung nannten die Experten ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis. Laut einem Bericht von CNBC stützt sich die These vor allem darauf, dass Intuitive Surgical seine Konkurrenten zunehmend vom Markt verdrängen könnte. Diese Strategie sichere dem Unternehmen eine dominante Marktposition in der roboter-assistierten Chirurgie.
Insider-Verkäufe und operative Entwicklung
Während die Analysten ihre Zuversicht äußerten, sorgten Nachrichten über Insider-Aktivitäten für Gesprächsstoff. Wie Medienberichten zufolge am 6. August bekannt wurde, veräußerte Gary Guthart, Führungskraft bei Intuitive Surgical, Stammaktien im Wert von rund 4 Millionen US-Dollar. Solche Transaktionen werden am Markt oft genau beobachtet, auch wenn sie nicht zwingend Rückschlüsse auf die operative Verfassung des Konzerns zulassen müssen.
Operativ blickt das Unternehmen auf ein solides zweites Quartal zurück, dessen Ergebnisse vor rund einem Monat veröffentlicht wurden. Intuitive Surgical meldete für diesen Zeitraum einen Umsatz von 2,89 Milliarden US-Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, die im Vorfeld von einem Wert um 2,82 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren. Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie lieferte der Konzern mit 2,80 US-Dollar ein Ergebnis ab, das über dem Konsens von 2,51 US-Dollar lag.
Regionale Unterschiede beim Wachstum der Eingriffe
Trotz der starken Gesamtzahlen zeigte sich bei der Analyse der durchgeführten Prozeduren mit dem da Vinci-System ein differenziertes Bild. Während das Wachstum in den USA mit 12 Prozent eine gewisse Verlangsamung aufwies, blieb die Dynamik auf internationaler Ebene mit einem Plus von 20 Prozent ungebrochen stark.
Das Management hält dennoch an seiner Prognose für das laufende Jahr fest und erwartet ein Wachstum der da Vinci-Eingriffe von im Mittel etwa 14,5 Prozent. Parallel dazu wurde die Erwartung für die Bruttomarge leicht angehoben.
An der Börse spiegelte sich die jüngste Erholung durch das Analystenlob am Freitag nur bedingt wider. Die Aktie schloss schwächer bei 341,00 Euro. Seit Jahresbeginn weist das Papier damit ein Minus von 30 Prozent auf. Anleger richten ihren Blick nun auf den 20. Oktober, wenn der nächste Quartalsbericht des Unternehmens ansteht.
Mit einem Abstand von 34 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bietet das Papier laut der Einschätzung von Oppenheimer nun wieder ein attraktiveres Einstiegsfenster für Investoren, die auf eine Fortsetzung der internationalen Expansion setzen.
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