Ein Kurs nahe dem Jahrestief, aber steigende Beteiligungen großer Vermögensverwalter. Bei Intuitive Surgical driften Kursverlauf und institutionelles Interesse gerade auseinander. Das dürfte für Beobachter des Medizintechnik-Konzerns spannend werden.
Die Aktie legte am Donnerstag um 0,36 Prozent auf 309,25 Euro zu. Das ist ein kleiner Schritt nach einem harten Jahr. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 36,78 Prozent, vom 52-Wochen-Hoch bei 516,50 Euro trennen das Papier noch immer gut 40 Prozent.
Vermögensverwalter kaufen trotz Kursverlusten zu
Während der Kurs taumelt, bauen mehrere institutionelle Investoren ihre Positionen aus. Arkadios Wealth Advisors erhöhte seinen Bestand im ersten Quartal um 30,1 Prozent und hält nun über 26.000 Aktien. Janus Henderson Group stockte im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent auf und kommt auf rund 1,64 Millionen Aktien.
Die UBS nahm die Coverage zeitgleich mit einem Kauf-Rating auf. Das Kursziel liegt bei 500 US-Dollar. Die Analysten begründen das mit dem organischen Wachstumsprofil und dem Potenzial, durch automatisierte Systeme mehr Eingriffe auf Roboterchirurgie umzustellen.
Verkäufe im Management laufen nach Plan
Parallel zu den institutionellen Käufen fielen zuletzt Insider-Verkäufe auf. Mark Brosius, im Vorstand für Fertigung und Lieferkette zuständig, verkaufte zwischen dem 27. und 29. Juli insgesamt 84 Aktien. Die Preise lagen zwischen 344,00 und 365,58 US-Dollar.
Die Transaktionen folgten einem vorab festgelegten Rule-10b5-1-Plan. Solche Pläne sollen Interessenkonflikte vermeiden, weil Insider Verkaufszeitpunkte im Voraus fixieren. Nach den Verkäufen hält Brosius noch 1.322 Aktien direkt. Analysten trennen solche geplanten Trades meist klar von kurzfristigen Ausblick-Änderungen.
Da Vinci 5 treibt das Wachstum
Hinter der aktuellen Marktbewegung stehen die Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Intuitive Surgical meldete einen Umsatz von 2,89 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,80 US-Dollar und übertraf den Analystenkonsens von 2,48 US-Dollar deutlich.
Treiber ist die neue da-Vinci-5-Plattform. Von den 468 im Quartal ausgelieferten da-Vinci-Systemen waren 246 – also rund 52 Prozent – die fünfte Generation. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 45 Prozent. Die weltweite installierte Basis wuchs auf 11.710 Systeme, ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber Juni 2025.
Langsameres US-Wachstum bremst die Stimmung
Die Zahlen fielen besser aus als erwartet. Trotzdem bleibt die Skepsis am Markt bemerkbar, sichtbar am 50-Tage-Durchschnitt von 348,48 Euro, den der Kurs derzeit klar unterschreitet. Ein Grund liegt im US-Geschäft: Die da-Vinci-Prozeduren in den USA wuchsen im zweiten Quartal nur um 12 Prozent – das langsamste Tempo seit 2021.
Das Management nennt strukturelle Verschiebungen als Ursache. Dazu zählt der Rückgang bariatrischer Operationen durch die wachsende Verbreitung von GLP-1-Abnehmmedikamenten. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Krankenversicherungsabdeckung in den USA.
International läuft es besser. Die weltweiten Eingriffszahlen legten um 16 Prozent zu, angetrieben von einem Sprung um 36 Prozent bei endoluminalen Ion-Prozeduren. Mit 8,6 Milliarden US-Dollar an Cash und Investments verfügt der Konzern über reichlich finanziellen Spielraum für die internationale Expansion. Rund 71 Prozent der Wall-Street-Analysten halten trotz der Kursschwäche an einer positiven Einschätzung fest.
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