Starke Zahlen, schwacher Kurs: Intuitive Surgical hat im dritten Quartal Umsatz und bereinigten Gewinn deutlich über den Erwartungen abgeliefert. Die Aktie gab nachbörslich zeitweise um gut zehn Prozent nach. Auslöser war vor allem eine hohe Einmalbelastung.
Wachstum über Plan
Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 3,05 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 2,91 Milliarden Dollar gerechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 3,00 Dollar, erwartet waren 2,65 Dollar.
Treiber war das Kerngeschäft mit Verbrauchsmaterial. Die Eingriffe mit dem da-Vinci-System legten um rund 14 Prozent zu, mit dem Lungensystem Ion sogar um etwa 31 Prozent. Weltweit stiegen die Eingriffe um etwa 15 Prozent.
Auch beim Systemgeschäft lief es rund. Das Unternehmen platzierte 546 da-Vinci-Systeme nach 427 im Vorjahresquartal. Davon entfielen 315 auf die neueste Generation da Vinci 5. Die installierte Basis überschritt erstmals die Marke von 12.000 Robotern.
Vergleich drückt den Nettogewinn
Nach Rechnungslegung nach US-GAAP sank der Nettogewinn auf 523 Millionen Dollar, nach 704 Millionen im Vorjahr. Der Grund: Intuitive hat einen kartellrechtlichen Sammelklagevergleich über 450 Millionen Dollar verbucht, ohne ein Fehlverhalten einzuräumen. Nach Steuern belastet das den Gewinn je Aktie mit 0,99 Dollar. Der Vergleich steht noch unter dem Vorbehalt der gerichtlichen Genehmigung, Einwände von Klassenmitgliedern sind möglich.
Die bereinigten Zahlen blenden diese Belastung aus. Marktbeobachter dürften den Abschlag daher eher mit hohen Erwartungen und der Sorge vor Folgekosten erklären als mit dem operativen Geschäft. Konkrete Gründe für den Verkaufsdruck blieben offen.
Finanzkraft und Ausblick
Die Finanzlage lässt Spielraum. Zum Quartalsende standen 6,8 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln in der Bilanz, trotz eines Rückkaufs von 7,8 Millionen Aktien für rund 2,94 Milliarden Dollar im Quartal.
Für 2026 erwartet das Management ein Wachstum der da-Vinci-Eingriffe von 14 bis 15 Prozent, eher in der Mitte der Spanne. Die bereinigte Bruttomarge soll zwischen 68,7 und 69,3 Prozent liegen.
Zölle belasten sie mit rund 0,9 Prozentpunkten. Neue Zölle über die bisherigen Annahmen hinaus könnten die Marge spürbar drücken, warnt das Unternehmen. Die bereinigten Betriebskosten sollen um 11 bis 13 Prozent steigen.
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