Die Experten des Analysehauses Susquehanna haben ihre Erwartungen für den Softwarekonzern Intuit deutlich nach unten geschraubt. In einer aktuellen Bewertung senkten die Analysten das Kursziel für die Aktie von zuvor 550 US-Dollar auf nun 427 US-Dollar. Zwar behalten die Fachleute ihre positive Einstufung bei, doch spiegelt die Anpassung den wachsenden Druck wider, unter dem das Unternehmen derzeit steht. Seit Beginn des Jahres hat das Papier massiv an Wert verloren und verzeichnet ein Minus von 56,37 Prozent.
Susquehanna kappt Kursziel deutlich
Der Schritt von Susquehanna steht nicht allein im Raum. Auch andere Finanzhäuser korrigierten ihre Einschätzungen zuletzt nach unten. So reduzierte KeyBanc das Ziel von 520 auf 450 US-Dollar, während RBC die Marke von 600 auf 500 US-Dollar senkte. Truist beziffert das Kursziel nur noch auf 410 US-Dollar, nachdem zuvor 500 US-Dollar ausgegeben worden waren. Diese Neubewertungen folgen auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal, in denen Intuit zwar die Erwartungen schlagen konnte, aber gleichzeitig Anzeichen für einen verstärkten Preisdruck im Kerngeschäft sichtbar wurden.
Im dritten Quartal erzielte Intuit einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 12,80 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 12,57 US-Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent auf 8,56 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser operativen Erfolge notiert der Titel derzeit weit unter seinen Höchstständen; der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 706,80 Euro beträgt aktuell 64,64 Prozent.
Sammelklage und Vorwürfe um TurboTax
Parallel zu den Analystenbewertungen sieht sich Intuit mit juristischem Gegenwind konfrontiert. Die Anwaltskanzlei Pomerantz LLP hat eine Sammelklage eingereicht, die dem Unternehmen vorwirft, irreführende Angaben zum Wachstum und zur Wettbewerbsposition der Steuer-Software TurboTax gemacht zu haben. Die Klageschrift behauptet, Intuit habe die Stabilität des Geschäftsmodells überbewertet. Investoren, die Verluste erlitten haben, können sich bis zum 8. September 2026 als Hauptkläger für das Verfahren vor dem U.S. District Court im Northern District of California melden.
Auslöser der Unruhe war unter anderem die Meldung, dass das Wachstum der zahlenden Nutzer bei TurboTax Online lediglich bei zwei Prozent lag. Daraufhin korrigierte das Management die Prognose für das Umsatzwachstum von TurboTax von acht auf sieben Prozent nach unten. Die Aktie hatte bereits im Mai 2026 auf diese Nachrichten mit einem Kurssturz von rund 20 Prozent innerhalb eines einzigen Handelstages reagiert.
Strategische Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz
Um der veränderten Marktdynamik zu begegnen, hat Intuit eine umfassende Umstrukturierung eingeleitet. Das Unternehmen plant, rund 17 Prozent seiner Belegschaft abzubauen und Büros zu schließen, um Ressourcen konsequent in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) umzuschichten. Zur Finanzierung dieser Transformation nahm der Konzern im Juni 2026 über vorrangige Anleihen 1,75 Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt auf.
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt der Konzern profitabel. Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine EPS-Prognose zwischen 23,80 und 23,85 US-Dollar ausgegeben. Analysten prognostizieren bis zum Jahr 2029 einen Umsatzanstieg auf 29,2 Milliarden US-Dollar. Während das Unternehmen operativ auf KI-Integration setzt, zeigen sich auch bei den Insidern gemischte Signale: Während Director Vasant Prabhu im Mai 1.250 Aktien zu einem Preis von 309,45 US-Dollar kaufte, veräußerte Director Richard Dalzell im Juni 338 Anteile für 279,86 US-Dollar je Aktie. Aktuell notiert der Kurs bei 249,90 Euro. Anleger erhalten weiterhin eine vierteljährliche Dividende von 1,20 US-Dollar pro Aktie.
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