Der Aktienkurs von Intuit liegt nur noch knapp über dem Jahrestief. Und das aus gutem Grund: Die TurboTax-Mutter kämpft mit gleich mehreren Anwaltskanzleien — und einem massiven Vertrauensverlust der Anleger.
Ermittlungen wegen möglicher Irreführung
Gleich drei Kanzleien — BFA Law, Bleichmar Fonti und Pomerantz — haben Untersuchungen gegen Intuit eingeleitet. Der Vorwurf: möglicherweise irreführende Aussagen zur Preisstrategie von TurboTax während der Steuersaison 2026.
Ausgelöst wurde die Welle durch die Q3-Zahlen von Mai. Das Management räumte ein, dass preissensible Steuerzahler zögern. Die Zahl der TurboTax-Online-Einheiten stieg nur um zwei Prozent. Einen Handelstag später brach die Aktie zweistellig ein.
Kurs im freien Fall
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 259,95 Euro — das sind 1,54 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 256,00 Euro aus dem späten Mai. Auf Jahressicht hat das Papier 61,22 Prozent verloren, seit Jahresbeginn 51,60 Prozent. Der RSI von 36,7 deutet auf eine überverkaufte Lage hin.
Dabei stieg der Umsatz im dritten Quartal um zehn Prozent auf 8,56 Milliarden Dollar. Nur: Die Erwartungen des Marktes wurden verfehlt.
CFO soll Klarheit schaffen
Intuits Finanzchef Sandeep Aujla wird im Juni auf der Nasdaq-Investorenkonferenz in London sprechen. Erwartet werden Aussagen zum drastischen Sparkurs: Das Unternehmen baut 17 Prozent der weltweiten Stellen ab. Die Restrukturierung soll 300 bis 340 Millionen Dollar kosten.
Gleichzeitig setzt Intuit auf Künstliche Intelligenz. „Mailchimp Analytics AI“ und neue KI-Funktionen in QuickBooks und TurboTax sind Teil der Strategie. Ob die neuen Tools die Schwäche im Kerngeschäft ausgleichen können, ist offen.
Der nächste Quartalsbericht kommt im August 2026. Bis dahin hängt der Kurs vor allem an zwei Hebeln: Wie glaubwürdig gelingt die Kommunikation zur Restrukturierung? Und wie schnell können die Anwaltskanzleien ihre Untersuchungen abschließen?
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