Die Intesa Sanpolo-Aktie war am heutigen Montag einer der am stärksten im Rampenlicht stehende Wert im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Was steckte hinter der medialen Aufmerksamkeit für die italienische Großbank?
Ein Megaübernahmeangebot
Die Intesa Sanpaolo sorgte zum Wochenbeginn für eine Paukenschlagnachricht. Die Bank hat ein gigantisches, unaufgefordertes Übernahmeangebot vorgelegt, das die europäische Bankenlandschaft nachhaltig erschüttert.
Intesa Sanpaolo hat am Morgen ein freiwilliges Kauf- und Umtauschangebot für alle Aktien der Banca Monte dei Paschi di Siena angekündigt. MPS ist die älteste noch aktive Bank der Welt und nach Übernahmen im Vorjahr die drittgrößte Bank Italiens.
Intesa bietet den MPS-Aktionären pro Aktie 1,00 Euro in bar sowie 1,6 neu ausgegebene Intesa-Aktien. Das entspricht einem Angebotspreis von etwa 10,09 Euro je MPS-Aktie – ein Aufschlag von 12,5 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf spektakuläre 30,6 Milliarden Euro.
Erst einen Tag zuvor hatte der Rivale Banco BPM einen Fusionsvorschlag bei MPS eingereicht. Intesa hat dieses Angebot nun mit voller Finanzkraft „gecrasht“. Ziel ist es, die unangefochtene Marktführerschaft in den Bereichen Vermögensverwaltung und Beratung auszubauen. Durch den Zusammenschluss würde die zweitgrößte Bank der Eurozone nach Marktwert entstehen.
So sehen die Details aus
Um kartellrechtliche Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen, hat Intesa zeitgleich ein verbindliches Abkommen mit der Versicherung Unipol Assicurazioni geschlossen. Wenn die Übernahme klappt, verkauft Intesa das operative MPS-Filialnetz (ca. 635 Filialen, die Marke MPS und die dazugehörigen Funktionen) für rund 3 bis 3,5 Milliarden Euro in bar an Unipol weiter.
Intesa selbst behält die profitablen Filetstücke: Die Premium-Tochter Mediobanca (an der MPS Anteile hält), eine 13-prozentige Beteiligung am Versicherungsriesen Generali sowie rund 625 strategisch wichtige Filialen. Intesa sichert sich damit rund 80 % des prognostizierten Nettogewinns des Zielkonzerns.
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