Intesa Sanpaolo Aktie: Monte dei Paschi prüft Offerte

Intesa Sanpaolo unterbreitet Übernahmeangebot für die traditionsreiche Bank Monte dei Paschi. Das Institut prüft die Offerte nun parallel zur Integration mit Mediobanca.

Auf einen Blick:
  • Bewertung mit rund 30,7 Milliarden Euro
  • Umtauschverhältnis von 1 zu 1,6 plus Bargeld
  • Konkurrierendes Angebot von Banco BPM
  • Monte dei Paschi prüft beide Optionen

Italiens Bankenkonsolidierung bekommt ein neues Kapitel — und Intesa Sanpaolo steht mittendrin. Die Turiner Großbank hat ein öffentliches Tausch- und Kaufangebot für Banca Monte dei Paschi di Siena auf den Weg gebracht, das die älteste noch existierende Bank der Welt mit rund 30,66 Milliarden Euro bewertet.

Die Offerte im Detail

Das Angebot sieht vor, dass BMPS-Aktionäre für je zehn Papiere 16 neue Intesa-Stammaktien erhalten — also ein Umtauschverhältnis von 1 zu 1,6 — zuzüglich einer Barzahlung von 1 Euro je Aktie. Gemessen am Schlusskurs vom 5. Juni liegt das Angebot damit 12,5 Prozent im Plus.

Monte dei Paschi hat am Montagabend angekündigt, die Offerte sorgfältig zu prüfen — rechtlich begleitet von den Kanzleien BonelliErede und White & Case, finanziell beraten von UBS Europe SE und BofA Securities. Klar stellte die Bank dabei: Die laufende Integration mit Mediobanca läuft unverändert weiter.

Bieterkampf mit Banco BPM

Intesa ist nicht allein auf dem Feld. Banco BPM hatte bereits am Sonntag einen Fusionsvorschlag auf Augenhöhe unterbreitet — ein Zusammenschluss, der laut BPM eine Gruppe mit einem kombinierten Marktwert von über 50 Milliarden Euro entstehen lassen soll, Synergien eingeschlossen.

Die Konstellation ist bemerkenswert: Zwei der größten italienischen Banken buhlen gleichzeitig um einen Wettbewerber, der vor neun Jahren vom Staat vor der Insolvenz gerettet werden musste. Das zeigt, wie stark sich die Ausgangslage von Monte dei Paschi seitdem gewandelt hat — und wie attraktiv das Institut heute offenbar für strategische Käufer ist.

Für Intesa ist der Zug nach Siena ein klares Wachstumssignal: Gelingt die Übernahme, würde das Institut seine Marktführerschaft in Italien weiter festigen. Nun liegt der Ball bei Monte dei Paschi — und damit auch die Entscheidung, welche Vision für die Bank die überzeugendere ist.

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