Intel vollzieht die spektakulärste Kehrtwende der Chip-Industrie

Intel liefert erste Chips im 18A-Prozess aus und kehrt unter neuem CEO in die Gewinnzone zurück. Die Aktie profitiert von politischem Rückenwind und einem massiven Bewertungspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Erfolgreiche Auslieferung revolutionärer 18A-Chips
  • CEO Lip-Bu Tan investiert Millionen aus eigenem Vermögen
  • Unterstützung durch die US-Regierung als nationale Priorität
  • Bewertungspotenzial von bis zu 740 Milliarden Dollar

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

der 7. Januar 2026 markiert möglicherweise einen Wendepunkt in der globalen Halbleiterindustrie. An diesem Tag verkündete Intel die erfolgreiche Auslieferung der ersten Chips im revolutionären 18A-Fertigungsprozess. Die Aktie sprang daraufhin um mehrere Prozentpunkte nach oben. Was auf den ersten Blick wie eine technische Meldung klingt, könnte der Startschuss für eine fundamentale Machtverschiebung im Chip-Geschäft sein.

Während Anleger ihre Aufmerksamkeit auf Nvidia und dessen Dominanz im KI-Chip-Markt richten, vollzieht sich bei Intel eine Transformation, die das Zeug hat, die gesamte Branche umzukrempeln. Der Konzern aus Santa Clara steht vor der größten Comeback-Chance seiner Unternehmensgeschichte. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie schnell Intel seinen Vorsprung ausbauen kann.

CEO setzt auf persönliches Risiko

Seit Lip-Bu Tan im August 2025 das Ruder als CEO übernahm, herrscht bei Intel ein radikal anderer Wind. Der aus der Halbleiterindustrie kommende Manager verzichtete nahezu vollständig auf ein Festgehalt. Seine Vergütung besteht fast ausschließlich aus Aktienoptionen. Um überhaupt für diese Optionen berechtigt zu sein, investierte Tan 25 Millionen Dollar aus eigenem Vermögen in Intel-Aktien. Diese persönliche Haftung sendet ein unmissverständliches Signal an Investoren und Mitarbeiter gleichermaßen.

Die Ergebnisse dieser kompromisslosen Ausrichtung zeigen sich bereits in den Quartalszahlen. Im dritten Quartal 2025 kehrte Intel nach verlustreichen Monaten zurück in die Gewinnzone. Der Konzern hat aggressive Kostenkürzungen durchgesetzt und gleichzeitig Milliarden an Finanzierungen von der US-Regierung, Nvidia und SoftBank eingesammelt. Diese Kombination aus operativer Disziplin und strategischer Kapitalbeschaffung schafft die Basis für die nächste Wachstumsphase.

Am 8. Januar 2026 empfing Präsident Trump Lip-Bu Tan im Weißen Haus und lobte dessen Arbeit in höchsten Tönen. Das Timing dieser Begegnung spricht Bände. Einen Tag nach der Ankündigung der 18A-Chip-Auslieferung demonstriert die Trump-Administration ihre uneingeschränkte Unterstützung für Intel. Die Chipproduktion ist zur nationalen Sicherheitsfrage geworden.

Warum Amerika auf Intel angewiesen ist

Die Vereinigten Staaten importieren praktisch alle hochmodernen Halbleiter aus Asien. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company dominiert die Foundry-Landschaft mit einem Marktanteil von über 60 Prozent. Diese extreme Abhängigkeit von einer einzigen Region erscheint zunehmend unhaltbar. Die Trump-Administration verfolgt konsequent eine Strategie der Ressourcensicherung und lokalen Produktion kritischer Güter.

Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen unterstreichen diese Notwendigkeit eindrucksvoll. Während die USA Hinweise auf Interesse an Grönlands Ressourcen geben und die heimische Seltene-Erden-Verarbeitung durch MP Materials fördern, zeichnet sich ein klares Muster ab. Strategische Abhängigkeiten sollen abgebaut werden. Bei Halbleitern als Nervensystem der modernen Wirtschaft gilt diese Maxime besonders stark.

Die Handelsspannungen zwischen den USA und China haben sich zwar oberflächlich entspannt, doch der technologische Wettbewerb läuft unvermindert weiter. Im Dezember 2025 genehmigte Präsident Trump zunächst den Export von Nvidias H200-Chips nach China. Wenige Wochen später ordnete er jedoch an, dass ein chinesisches Unternehmen eine Übernahme von Chip-Assets im Wert von 2,9 Millionen Dollar rückgängig machen muss. Diese scheinbar widersprüchlichen Maßnahmen zeigen, wie intensiv jede technologische Transaktion geprüft wird.

China wiederum beschränkt möglicherweise seine Seltene-Erden-Exporte nach Japan nach jüngsten diplomatischen Verstimmungen. In einer solchen Welt der verschärften Kontrollen wird Intel zur unverzichtbaren Infrastruktur für die amerikanische Wirtschaft. Der Konzern ist faktisch die einzige US-Option für hochmoderne Chipfertigung.

Das 18A-Versprechen und seine Tragweite

Die erfolgreiche Auslieferung der ersten 18A-Chips markiert einen technologischen Meilenstein. Intel hat in den vergangenen Jahren massiv an Glaubwürdigkeit verloren, nachdem das Foundry-Geschäft kontinuierlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Marktkapitalisierung schrumpfte von Höchstständen über 500 Milliarden Dollar auf zeitweise unter 100 Milliarden Dollar.

Der 18A-Prozess soll Intel wieder auf Augenhöhe mit Taiwan Semiconductor bringen. Falls die Fertigungsqualität tatsächlich vergleichbar ausfällt, ergeben sich enorme Geschäftschancen. Große Technologiekonzerne wie Google, AMD und Apple benötigen alle Foundry-Kapazitäten für ihre Chip-Designs. Bislang führte der Weg fast zwangsläufig nach Taiwan. Mit einem konkurrenzfähigen Intel als Alternative würden diese Unternehmen ihre Abhängigkeit von einer einzigen Quelle reduzieren können.

Die US-Regierung wird diesen Prozess mit hoher Wahrscheinlichkeit aktiv fördern. Politischer Druck auf amerikanische Technologieunternehmen, verstärkt auf heimische Fertigung zu setzen, erscheint nahezu unvermeidlich. Intel profitiert somit nicht nur von technologischem Fortschritt, sondern auch von struktureller Nachfrage aufgrund geopolitischer Neuausrichtung.

Das Foundry-Geschäft allein könnte einen Wert zwischen 100 und 500 Milliarden Dollar erreichen. Taiwan Semiconductor wird aktuell mit 1,4 Billionen Dollar bewertet und erzielt über 70 Prozent seiner Umsätze in Nordamerika. Sollte Intel langfristig ein Drittel dieser nordamerikanischen Verkäufe an sich ziehen, würde dies eine Bewertung von rund 500 Milliarden Dollar für das Foundry-Segment rechtfertigen.

Die CPU-Sparte als unterschätzter Ertragspfeiler

Neben dem Foundry-Geschäft betreibt Intel weiterhin sein traditionelles Prozessor-Geschäft. Dieses Segment könnte bei normalisierten Gewinnen von 12 Milliarden Dollar jährlich mit einem Multiplikator von 15 bis 20 bewertet werden. Dies entspricht einer Bewertung zwischen 180 und 240 Milliarden Dollar. Die aktuelle Gesamtmarktkapitalisierung von 205 Milliarden Dollar spiegelt somit nur einen Bruchteil des Potenzials wider.

Die Summe beider Geschäftsbereiche ergibt eine Gesamtbewertung zwischen 280 und 740 Milliarden Dollar. Selbst am Mittelpunkt dieser Spanne von 500 Milliarden Dollar läge das Kurspotenzial bei etwa 150 Prozent vom aktuellen Niveau. Diese Rechnung berücksichtigt bereits die spektakuläre Kursrally von 106 Prozent seit Januar 2025.

Risiken bleiben trotz positiver Aussichten

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 120 signalisiert hohe Erwartungen. Die Bewertung antizipiert bereits einen erfolgreichen Turnaround. Sollte Intel bei der Umsetzung seiner Foundry-Strategie scheitern, drohen erhebliche Kurskorrekturen. Die technologische Komplexität modernster Chipfertigung lässt sich nicht unterschätzen. Taiwan Semiconductor hat Jahrzehnte Vorsprung aufgebaut.

Zudem muss Intel beweisen, dass die Rückkehr zur Profitabilität im dritten Quartal 2025 kein Einmaleffekt war. Kontinuierliche Milliardengewinne pro Quartal sind notwendig, um die ambitionierten Bewertungsannahmen zu rechtfertigen. Die kommenden Quartalsberichte werden zeigen, ob die operative Verbesserung Bestand hat.

Der Markt erkennt erst allmählich das wahre Potenzial

Intel durchläuft die vielleicht bedeutendste Transformation in der Geschichte der Halbleiterindustrie. Die Kombination aus politischem Rückenwind, technologischem Durchbruch und operativer Neuausrichtung schafft eine einmalige Konstellation. Während die Mehrheit der Anleger weiterhin auf die etablierten KI-Champions fokussiert bleibt, positioniert sich Intel als unverzichtbarer Partner für die amerikanische Technologiesouveränität.

Die erfolgreiche Auslieferung der 18A-Chips liefert den Beweis, dass Intel technologisch wieder mithalten kann. Die politische Unterstützung durch die Trump-Administration garantiert strukturelle Nachfrage. Das neue Management unter Lip-Bu Tan demonstriert die notwendige Entschlossenheit für radikale Veränderungen.

Diese drei Faktoren zusammen begründen die These, dass Intel am Anfang eines mehrjährigen Aufwärtszyklus steht. Die Neubewertung der Aktie hat begonnen, aber das volle Potenzial ist bei weitem noch nicht eingepreist. Die nächsten Quartale werden entscheidend sein, um zu zeigen, dass der Turnaround nachhaltig gelingt.

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