Steigende Ölpreise und Anleiherenditen belasten die Wall Street, und Intel bekommt das deutlich zu spüren. Der Chipkonzern gehört am Donnerstag zu den schwächeren Mega-Caps. Zinsreagible KI-Werte stehen insgesamt unter Druck.
Intel im Sog der Makrolage
Zum Handelsbeginn lag das Minus bei gut zwei Prozent, im frühen Geschäft bei rund drei Prozent. Zuletzt stand die Aktie bei etwa 109,50 Dollar. Auch andere Halbleiterwerte gaben nach: Marvell verlor ähnlich stark, Nvidia büßte rund ein Prozent ein.
Konkrete Unternehmensnachrichten zu Intel gab es nicht. Die Bewegung folgt der Marktstimmung. Anleger gewichten derzeit Inflations- und Zinsrisiken höher als die erhofften Gewinne durch Künstliche Intelligenz.
Öl, Renditen und Notenbank
Treiber ist zunächst der Ölpreis. Brent verteuerte sich um mehr als vier Prozent auf über 104 Dollar. Händler verweisen auf Angriffe auf die zivile Schifffahrt im Persischen Golf, Berichte über mögliche neue US-Schläge gegen den Iran und einen Wirbelsturm, der die Förderung im Golf von Mexiko bremst.
Das schürt Inflationssorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf Mehrdekadenhochs, zuletzt lag sie bei 5,29 Prozent. Das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung stellt für dieses Jahr eine weitere Zinserhöhung in Aussicht. Der Markt preist sie bis Dezember vollständig ein. Für den 28. Oktober sieht er dagegen nur eine Wahrscheinlichkeit von 19 Prozent.
Für Wachstums- und Technologiewerte ist das ein unbequemes Umfeld. Höhere Zinsen drücken die Bewertung künftiger Gewinne, was Titel mit hohen Erwartungen besonders trifft. Die großen US-Indizes gaben am Donnerstag um 0,3 bis 0,5 Prozent nach.
Was jetzt zählt
Für Intel liegt der nächste Impuls im Makroumfeld. Die Renditen kamen zuletzt von ihren Tageshochs zurück, was die Lage etwas entspannte. Fällt der Ölpreis, dürfte auch der Druck auf die KI-Werte nachlassen. Der Zinstermin am 28. Oktober ist dafür der nächste feste Orientierungspunkt.
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