Intel Aktie: Über drei Millionen TPUs

Intel-Aktie erholt sich dank Google-Cloud-Deal und technischem Durchbruch bei 18A-Fertigung. Analysten uneins über Kurspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Google bestellt Millionen TPUs bei Intel
  • Intel Foundry startet Massenproduktion von Panther Lake
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 200 US-Dollar
  • Quartalszahlen am 23. Juli mit Umsatzplus erwartet

Juli unter verstärkter Beobachtung. Im Vorfeld dieser Zahlen sorgten Berichte über eine massive Ausweitung der Zusammenarbeit mit Google Cloud für Kursbewegungen. Intel konnte heute einen Zuwachs von 3,40 % verbuchen, womit das Papier bei 86,00 € notiert. Diese Erholung folgt auf einen schwierigen Monat, in dem der Kurs zeitweise deutlich unter Druck geraten war, während die Performance seit Jahresbeginn mit einem Plus von 173,89 % weiterhin eine starke Dynamik aufweist.

Google-Großauftrag und technische Meilensteine

Ein wesentlicher Treiber für das zurückgewonnene Vertrauen ist die vertiefte Partnerschaft mit Google Cloud. Berichten zufolge plant Google, bis zum Jahr 2028 über drei Millionen Tensor Processing Units (TPUs) bei Intel zu beziehen. Dieser Auftrag würde etwa die Hälfte der für diesen Zeitraum prognostizierten TPU-Produktion von Google abdecken und signalisiert eine strategische Diversifizierung der Lieferketten weg von asiatischen Fertigern. Parallel dazu integriert Google das KI-Modell Gemini Enterprise verstärkt in den operativen Betrieb.

Technologisch meldete der Anlagenbauer ASML einen entscheidenden Fortschritt für den Konzern: Intel Foundry setzt die neue High-NA EUV-Lithografie bereits für die Massenproduktion der „Panther Lake“-Prozessoren (Intel 18A) ein. Laut dem Finanzvorstand des Unternehmens war das Volumen von Panther Lake im zweiten Quartal sechs- bis siebenmal höher als im ersten Jahresviertel. Die rund 400 Millionen US-Dollar teuren Maschinen aus den Niederlanden gelten als Schlüsselkomponente, um im Fertigungswettlauf wieder die Führung zu übernehmen. Intel-CEO Lip-Bu Tan betonte in diesem Zusammenhang, dass sich das Verhältnis von CPU zu GPU in modernen Rechenzentren zunehmend einem Verhältnis von eins zu eins annähere.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Für den am Donnerstag anstehenden Quartalsbericht erwarten Analysten im Konsens einen Umsatz von etwa 14,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einer Steigerung von rund 12 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem noch 12,86 Milliarden US-Dollar erzielt wurden. Beim Gewinn pro Aktie rechnen Beobachter mit Werten zwischen 0,19 und 0,22 US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 0,10 US-Dollar verzeichnet worden war.

Besonderes Augenmerk liegt auf der finanziellen Trennung der Geschäftsbereiche. Während die Sparte Intel Products im ersten Quartal einen operativen Gewinn von 4,06 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, verbuchte die Foundry-Sparte einen operativen Verlust von 2,44 Milliarden US-Dollar bei einem externen Umsatz von lediglich 174 Millionen US-Dollar. Die Entwicklung der Bruttomarge, für die das Management zuletzt einen bereinigten Wert von 39 % in Aussicht gestellt hatte, gilt als kritischer Indikator für den Erfolg der laufenden Sanierung.

Analysten zwischen Skepsis und Rekordzielen

Die Einschätzungen der Bankhäuser gehen angesichts der Transformation weit auseinander. Analysten von KeyBanc äußerten sich optimistisch und hoben das Kursziel auf 155 US-Dollar an, wobei sie auf die hohe Ausbeute des 18A-Prozesses von rund 85 % verwiesen. Auch HSBC-Analyst Frank Lee sieht erhebliches Potenzial und rief ein Kursziel von 200 US-Dollar aus.

Demgegenüber stehen vorsichtigere Stimmen wie Wedbush, die die Aktie mit einem Zielwert von 95 US-Dollar neutral einstufen. Rosenblatt sieht den fairen Wert sogar lediglich bei 65 US-Dollar. Während die institutionellen Anleger, die rund 64,53 % der Anteile halten, die langfristige Strategie stützen, bleiben die hohen Investitionsausgaben ein Thema. Allein in Irland investierte der Konzern zuletzt fünf Milliarden Euro in den Standort Leixlip, während die weltweiten Kapitalausgaben im ersten Quartal mit knapp fünf Milliarden US-Dollar den operativen Cashflow deutlich überstiegen.

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