Der US-Halbleiterkonzern Intel sucht nach turbulenten Handelstagen den Weg nach vorn. Am heutigen Dienstag nimmt Konzernchef Lip-Bu Tan am AI Infra Summit teil. Im Gespräch mit Edmund Nelson, Co-Gründer und Strategiedirektor der Konferenz, erörtert die Unternehmensführung die Ausrichtung bei Halbleitern, Systemen und Software. Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 85,72 Euro, was einem Anstieg von 1,8 Prozent entspricht.
Damit stabilisiert sich der Titel nach den jüngsten Verkäufen zu Wochenbeginn. Am Montag hatten warnende Äußerungen des Anthropic-Chefs Dario Amodei zur Geschwindigkeit der KI-Entwicklung die gesamte Halbleiterbranche belastet. Intel war im vorbörslichen US-Handel spürbar unter Druck geraten, fängt sich nun aber wieder. Seit dem Jahreswechsel verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 173 Prozent.
Server-Geschäft als tragende Säule
Im operativen Mittelpunkt steht der Ausbau der Kapazitäten für Rechenzentren. Piper-Sandler-Analyst David O’Connor verwies am 10. September darauf, dass Intel von der Nachfrage nach Server-Prozessoren für sogenannte agentische KI profitiert. Das Angebot in diesem Segment sei begrenzt.
Ein Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sei voraussichtlich erst im Zeitraum von 2029 bis 2030 zu erwarten. Dies verschaffe der Sparte Data Center Group eine verlässliche Basis für zweistellige Wachstumsraten bis zum Ende des Jahrzehnts.
Parallel dazu bereitet das Unternehmen Medienberichten vom 11. September zufolge Preiserhöhungen für ausgewählte Prozessoren im Segment der Personal Computer vor. Dies könnte die Margen im klassischen Endkundengeschäft stützen.
Zurückhaltung bei den Kurszielen
Trotz der strukturellen Chancen mahnen Marktbeobachter vor überzogenen Erwartungen. Piper Sandler nahm die Beobachtung am 10. September mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 110 US-Dollar auf.
Die Analysten gaben zu bedenken, dass der Markt bereits erhebliche Marktanteilsgewinne im Auftragsfertigungsgeschäft vorweggenommen habe. Rund 45 Prozent des aktuellen Börsenwerts spiegelten bereits die künftige Auslastung neuer Fabrikmodule wider.
Auch andere Häuser traten zuletzt auf die Bremse. Die Bank Mizuho senkte ihr Kursziel für Intel am 7. September von 109 auf 92 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch auf „Hold“.
Starke Vorgaben aus dem Sommer
Rückenwind erhält die Führungsmannschaft durch die jüngste Geschäftsentwicklung. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Chiphersteller einen Umsatz von 16,1 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse übertrafen die eigene Prognose um 1,8 Milliarden US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge lag mit 41,8 Prozent ebenfalls über den Zielwerten. Das KI-bezogene Geschäft legte im Vorjahresvergleich um über 70 Prozent zu.
Für das laufende dritte Quartal stellte das Management einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit einem Wert von 0,38 US-Dollar. Wie tragfähig diese Prognosen sind, wird sich mit Vorlage der nächsten Zwischenbilanz zeigen.
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