Die Aktie von Intel sieht sich am heutigen Donnerstag einem deutlichen Verkaufsdruck ausgesetzt, obwohl positive Analystenstimmen und technische Fortschritte in der Fertigung vorliegen. Während der Halbleitersektor insgesamt durch die jüngsten Geschäftszahlen des Branchenriesen TSMC belastet wird, stehen bei Intel sowohl die Erwartungen an das kommende Quartalsergebnis als auch die Einführung neuer Produktionstechnologien im Fokus der Anleger.
Susquehanna hebt Kursziel vor Quartalszahlen deutlich an
Im Vorfeld der für den 23. Juli 2026 geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse zum zweiten Quartal hat das Analysehaus Susquehanna seine Einschätzung für Intel angepasst. Analyst Christopher Rolland hob das Kursziel für die Aktie von bisher 80 US-Dollar auf nun 115 US-Dollar an, behielt jedoch die Einstufung auf „Neutral“ bei. Rolland sieht insbesondere bei Server-CPUs Aufwärtspotenzial für das zweite Quartal und darüber hinaus.
Gleichzeitig identifizierte der Analyst das Segment Intel Foundry Services (IFS) als Lichtblick, da das Geschäft mit Advanced Packaging an Traktion gewinne. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird jedoch eine saisonal schwächere Entwicklung im PC-Markt erwartet. Für das zweite Quartal rechnen Marktbeobachter laut TipRanks mit einem Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,21 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 14,41 Milliarden US-Dollar. In einem früheren Bericht von FXCM Markets wurden die Umsatzprognosen für das laufende Quartal auf 13,8 bis 14,8 Milliarden US-Dollar taxiert, was das stärkste Vierteljahr seit sechs Jahren markieren könnte.
Massenproduktion mit High-NA EUV erreicht Panther-Lake-Phase
Ein technologischer Meilenstein rückt die langfristige Strategie des Unternehmens in den Mittelpunkt. Intel ist der erste Chiphersteller, der die High-NA-EUV-Lithografie (High Numerical Aperture) in der Massenproduktion einsetzt. Die Technologie kommt bei der Fertigung ausgewählter Schichten für die kommende Prozessor-Generation „Panther Lake“ (Core Ultra Series 3) zum Einsatz, die auf dem Intel-18A-Prozess basiert.
Die Kosten für die entsprechenden Belichtungssysteme von ASML belaufen sich laut Reuters-Schätzungen auf etwa 400 Millionen US-Dollar pro Gerät. Dieser Betrag verdeutlicht die massiven Investitionen, die Intel tätigt, um die Technologieführerschaft zurückzugewinnen. Zum Vergleich: Die externen Foundry-Einnahmen im ersten Quartal beliefen sich auf lediglich 174 Millionen US-Dollar, während das gesamte Foundry-Segment in diesem Zeitraum einen Verlust von 2,4 Milliarden US-Dollar auswies.
Marktstimmung und PC-Abschwung belasten Halbleitersektor
Trotz dieser Fortschritte notiert die Intel-Aktie aktuell bei 83,64 €, was einem Rückgang von -7,18 % gegenüber dem Vortag entspricht. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die negative Stimmung im gesamten Sektor, die durch den „Beat-and-Worry“-Bericht von TSMC ausgelöst wurde. Obwohl TSMC Rekordgewinne meldete, verschreckten die Erhöhung der Investitionsausgaben (Capex) auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar und Sorgen um die künftigen Margen die Investoren.
Zusätzlich belasten düstere Prognosen für den PC-Markt. Goldman Sachs senkte die Vorhersage für die weltweiten PC-Auslieferungen für das Jahr 2026 auf 255 Millionen Einheiten, was einem Rückgang von 14 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Als Gründe werden eine Knappheit bei Speicherchips, höhere CPU-Kosten und flachere Ersatzzyklen nach dem Ende des Supports für Windows 10 angeführt.
Um die Effizienz in der Entwicklung zu steigern, weitete Intel zudem seine Kooperation mit Google Cloud aus. Durch den Einsatz von Gemini Enterprise sollen Arbeitsabläufe im Chip-Design, in der Lieferkette und im Marketing automatisiert und beschleunigt werden. Trotz des aktuellen Rückschlags weist der Titel seit Jahresanfang (YTD) ein deutliches Plus von 148,89 % auf.
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