Der US-Halbleiterkonzern Intel verhandelt über eine weitreichende Kooperation zur Halbleiterproduktion auf dem Heimatmarkt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters führt der südkoreanische Speicherspezialist SK Hynix Gespräche mit Intel über die erstmalige Fertigung von Speicherchips in den Vereinigten Staaten.
An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht für Zuspruch: Im deutschen Handel legte das Intel-Papier am heutigen Mittwoch um 3,1 Prozent auf 86,68 Euro zu.
Die Verhandlungen befinden sich in einem explorativen Stadium, bindende Beschlüsse liegen noch nicht vor. Auf dem Tisch liegen nach Angaben von Insidern im Wesentlichen zwei Modelle. Denkbar ist demnach die Anmietung von Fertigungskapazitäten in Intels im Bau befindlichem Werkskomplex in New Albany im US-Bundesstaat Ohio.
Als zweite Option wird ein Gemeinschaftsunternehmen unter Beteiligung beider Konzerne sowie großer Cloud-Anbieter diskutiert, um die Versorgung mit strategisch wichtigen Speicherchips langfristig abzusichern.
Verzögerungen und politischer Druck
Für Intel könnte eine Einigung erhebliche finanzielle Entlastung bedeuten. Der 2022 angekündigte Mega-Campus in Ohio soll ein Investitionsvolumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar umfassen.
Allerdings hatte Intel die ursprünglich für 2025 geplante Fertigstellung der beiden Fabriken zuletzt auf den Zeitraum 2030 bis 2031 verschoben. Die Einbindung eines finanzstarken Partners wie SK Hynix würde die Auslastung der künftigen Produktionsstätte vorab untermauern und das eigene Kapitalrisiko verringern.
Gleichzeitig wächst der Druck aus Washington, hochentwickelte Halbleiterfertigung ins Inland zu verlagern. Angesichts von Zolldrohungen von bis zu 100 Prozent auf importierte Halbleiter suchen internationale Hersteller nach Wegen, sich über Investitionen in den USA Ausnahmen zu sichern.
SK Hynix errichtet in Indiana derzeit bereits eine Packaging-Anlage für rund 4 Milliarden Dollar, verfügt in den USA bislang jedoch über keine eigene Wafer-Produktion.
Hürden drohen dem Vorhaben allerdings von regulatorischer Seite: Da Spitzenspeicher wie High Bandwidth Memory (HBM) und DRAM in Südkorea als nationale Kerntechnologien eingestuft sind, könnte das dortige Handelsministerium eine Überprüfung nach dem nationalen Technologieschutzgesetz verlangen.
Analysten heben Kursziele an
An der Wall Street stößt die langfristige Ausrichtung des Konzerns trotz des verzögerten Werksausbaus auf wachsende Zuversicht. Das Analysehaus Tigress Financial bestätigte seine Kaufempfehlung für die Intel-Aktie und hob das Kursziel von 118 auf 145 US-Dollar an.
Begründet wird der Schritt unter anderem mit dem über den Erwartungen liegenden zweiten Quartal 2026, in dem der Chiphersteller einen Umsatz von 16,13 Milliarden Dollar erzielte. Ob aus den Vorgesprächen mit SK Hynix ein verbindlicher Vertrag erwächst, hängt nun vor allem an der Einigung über die Finanzierungsstruktur sowie an den Genehmigungen der Aufsichtsbehörden in Seoul und Washington.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 16. September liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
