Seit Jahren schon ist das Foundry-Geschäft das mit Abstand größte Sorgenkind von Intel. Quartal für Quartal mussten Milliardenverluste verzeichnet werden. Daran änderte sich auch nichts, als Intel ankündigte, seine Kapazitäten für Drittanbieter zu öffnen. Denn es fanden sich bisher schlicht keine Kunden, die dafür viel Geld in die Hand nehmen wollten.
Genau das könnte sich aber vielleicht geändert haben. Denn laut einem Bericht von „The Information“ hat wohl Alphabet gleich drei Millionen Tensor-Prozessoren für 2028 in Auftrag gegeben. Der Wert des Auftrags dürfte im Milliardenbereich liegen. Darüber hinaus soll Nvidia angeblich die Entwicklung eines neuen Chips in Auftrag gegeben haben.
Kurssprung bei Intel
Bestätigt wurde dies bisher weder durch Intel noch Alphabet oder Nvidia. Dennoch feierte die Börse die Gerüchte regelrecht und die Intel-Aktie sprang am Montag spontan um 11,2 Prozent auf 110,27 US-Dollar in die Höhe. Damit konnte der Titel sich schon wieder fast vollständig von den Gewinnmitnahmen aus der Vorwoche erholen.
Intel Aktie Chart
Die Nachfrage nach Chips scheint weiterhin auszufallen und Marktführer TSMC kommt mit den Bestellungen schon lange nicht mehr hinterher. Genau dort vermuten nicht wenige Beobachter eine große Chance für Intel. Aufgrund begrenzter Kapazitäten könnte der US-Konzern vom KI-Boom profitieren, obschon man bei Strukturgrößen noch etwas hinterherhinkt.
Neue Fantasien
Für den Moment sind die Berichte klar als Gerüchte zu behandeln und es bleiben viele offene Fragen. Geliefert wird den Aktionären aber immerhin eine neue Aussicht, bei welcher das Fertigungsgeschäft sich im besten Fall von einer Belastung zum Wachstumsmotor entwickeln könnte. Das ist ein verlockendes Szenario, weshalb die Kauflaune an der Börse durchaus nachvollziehbar ist. Anleger sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass es für den ganz großen Durchbruch weiterhin keine Garantie gibt.
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