Intel-Aktie: Plötzlich wieder salonfähig!

KeyBanc und BNP Paribas bewerten Intel positiv. Die Aktie profitiert von einem beginnenden Halbleiterzyklus und starker Nachfrage nach Server-CPUs für KI-Anwendungen.

Auf einen Blick:
  • KeyBanc nennt Intel neben Micron und Nvidia als Favoriten im Halbleiterzyklus
  • BNP Paribas hebt Intel auf Neutral, Kursziel 60 Dollar
  • Agentic AI treibt Nachfrage nach Server-CPUs, Intel hält rund 60 Prozent Marktanteil
  • Echter zyklischer Aufschwung ex-AI hat laut KeyBanc noch gar nicht begonnen

Zwei Häuser, eine Botschaft, ein Timing: Kurz vor den Quartalszahlen am 23. April häufen sich die positiven Stimmen zur Intel-Aktie. KeyBanc zählt Intel zusammen mit Micron und Nvidia zu seinen bevorzugten Ideen im Halbleitersektor. Und BNP Paribas stuft die Aktie von Underperform auf Neutral hoch, Kursziel 60 Dollar. Die Aktie legte im frühen Handel am Dienstag rund 2 Prozent zu.

Der Zyklus läuft, aber er hat kaum angefangen

John Vinh und sein Team bei KeyBanc haben ihren vierteljährlichen Halbleiter-Zykluscheck für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht, und die Kernaussage ist eigentlich ziemlich bullisch. Der echte zyklische Aufschwung, also der breite, ex-AI, hat noch gar nicht richtig begonnen. Die Dreimonats-Durchschnittslieferungen liegen erst seit Kurzem über dem Trendpfad. Historisch dauern solche Erholungsphasen gut zwei Jahre, oder rund 8,5 Quartale. Vinh sieht die Erholung demnach bis mindestens 2027 laufen, gestützt durch den anhaltenden Aufbau von KI-Infrastruktur.

Schwäche gibt es noch in der Automobil- und Industrieelektronik. Auto wartet weiter auf eine Nachfrageinflexion, Industrial hat sich zuletzt etwas stabiler gezeigt. Beides ist noch nicht richtig angelaufen, was Vinh als zusätzliches Aufwärtspotenzial für Liefervolumina wertet, sobald diese Segmente aufwachen.

Lagerabbau läuft, aber langsam

Die aggregierten Lieferketten-Lagerbestände lagen im vierten Quartal bei 79 Tagen, ein Tag weniger als im Vorquartal, aber noch über dem Fünfjahresdurchschnitt von 75 Tagen. Ex-AI sind es inzwischen genau 75 Tage, also normalisiert. Die IC-Einheitenlieferungen lagen im vierten Quartal 2,1 Prozent unter dem Vorquartal, aber 3,5 Prozent über dem Vorjahr. KeyBanc hebt zudem seine 2026er-Umsatzprognose für ICs ex-Memory auf plus 22 Prozent an, nach zuvor plus 19 Prozent, weil ab dem zweiten Quartal mit Preiserhöhungen gerechnet wird.

Intel Corp. Aktie Chart

BNP Paribas und die 86 Prozent

David O’Connor von BNP Paribas hat eine bemerkenswert ehrliche Hochstufung geschrieben. Intel sei seit Jahresbeginn um 86 Prozent gestiegen und handele nicht mehr auf Basis von Fundamentaldaten. Trotzdem, oder gerade deshalb, hebt er die Aktie an. Seine Logik: Agentic AI treibe die Nachfrage nach Server-CPUs massiv, Hyperscaler rissen sich um Kapazitäten, und Intel halte rund 60 Prozent Marktanteil im Server-Segment. Das schlägt sich in hohen Auslastungsraten und besserer Chippreissetzung nieder. Zuletzt hat Intel zudem den 49-Prozent-Anteil von Apollo an der irischen Fab-34 zurückgekauft.

O’Connor gibt zu, dass seine früheren Bedenken zu Intels Rückstand gegenüber AMD und Arm weiter gelten. Nur seien sie im aktuellen Umfeld schlicht weniger relevant. Wie lange das so bleibt, soll der Rest des Jahres zeigen. Kursziel: 60 Dollar, Rating: Neutral. Wer bei 86 Prozent Plus auf Neutral hochstuft, der hat vorher offenbar eine ziemlich tiefe Ausgangsposition gehabt.

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 21. April liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)