Zwei Häuser, eine Botschaft, ein Timing: Kurz vor den Quartalszahlen am 23. April häufen sich die positiven Stimmen zur Intel-Aktie. KeyBanc zählt Intel zusammen mit Micron und Nvidia zu seinen bevorzugten Ideen im Halbleitersektor. Und BNP Paribas stuft die Aktie von Underperform auf Neutral hoch, Kursziel 60 Dollar. Die Aktie legte im frühen Handel am Dienstag rund 2 Prozent zu.
Der Zyklus läuft, aber er hat kaum angefangen
John Vinh und sein Team bei KeyBanc haben ihren vierteljährlichen Halbleiter-Zykluscheck für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht, und die Kernaussage ist eigentlich ziemlich bullisch. Der echte zyklische Aufschwung, also der breite, ex-AI, hat noch gar nicht richtig begonnen. Die Dreimonats-Durchschnittslieferungen liegen erst seit Kurzem über dem Trendpfad. Historisch dauern solche Erholungsphasen gut zwei Jahre, oder rund 8,5 Quartale. Vinh sieht die Erholung demnach bis mindestens 2027 laufen, gestützt durch den anhaltenden Aufbau von KI-Infrastruktur.
Schwäche gibt es noch in der Automobil- und Industrieelektronik. Auto wartet weiter auf eine Nachfrageinflexion, Industrial hat sich zuletzt etwas stabiler gezeigt. Beides ist noch nicht richtig angelaufen, was Vinh als zusätzliches Aufwärtspotenzial für Liefervolumina wertet, sobald diese Segmente aufwachen.
Lagerabbau läuft, aber langsam
Die aggregierten Lieferketten-Lagerbestände lagen im vierten Quartal bei 79 Tagen, ein Tag weniger als im Vorquartal, aber noch über dem Fünfjahresdurchschnitt von 75 Tagen. Ex-AI sind es inzwischen genau 75 Tage, also normalisiert. Die IC-Einheitenlieferungen lagen im vierten Quartal 2,1 Prozent unter dem Vorquartal, aber 3,5 Prozent über dem Vorjahr. KeyBanc hebt zudem seine 2026er-Umsatzprognose für ICs ex-Memory auf plus 22 Prozent an, nach zuvor plus 19 Prozent, weil ab dem zweiten Quartal mit Preiserhöhungen gerechnet wird.
Intel Corp. Aktie Chart
BNP Paribas und die 86 Prozent
David O’Connor von BNP Paribas hat eine bemerkenswert ehrliche Hochstufung geschrieben. Intel sei seit Jahresbeginn um 86 Prozent gestiegen und handele nicht mehr auf Basis von Fundamentaldaten. Trotzdem, oder gerade deshalb, hebt er die Aktie an. Seine Logik: Agentic AI treibe die Nachfrage nach Server-CPUs massiv, Hyperscaler rissen sich um Kapazitäten, und Intel halte rund 60 Prozent Marktanteil im Server-Segment. Das schlägt sich in hohen Auslastungsraten und besserer Chippreissetzung nieder. Zuletzt hat Intel zudem den 49-Prozent-Anteil von Apollo an der irischen Fab-34 zurückgekauft.
O’Connor gibt zu, dass seine früheren Bedenken zu Intels Rückstand gegenüber AMD und Arm weiter gelten. Nur seien sie im aktuellen Umfeld schlicht weniger relevant. Wie lange das so bleibt, soll der Rest des Jahres zeigen. Kursziel: 60 Dollar, Rating: Neutral. Wer bei 86 Prozent Plus auf Neutral hochstuft, der hat vorher offenbar eine ziemlich tiefe Ausgangsposition gehabt.
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